Deutsche-Bank-Tochter
Postbank droht neuer Tarifkonflikt

Kunden der Postbank müssen sich am Dienstag auf geschlossene Filialen einstellen: Die zweite Tarifrunde ist gescheitert, Verdi kündigte Betriebsversammlungen an. Ein erster Warnschuss in Richtung Deutsche-Bank-Tochter.
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FrankfurtDie Deutsche-Bank-Tochter Postbank steuert auf einen neuen Tarifkonflikt zu. Die zweite Tarifrunde für die rund 9.500 Beschäftigten des Filialvertriebs sei ohne Ergebnis zu Ende gegangen, teilte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mit. Was die Arbeitgeberseite angeboten habe, sei „völlig unzureichend“. Am kommenden Dienstag werde es nun bundesweit Betriebsversammlungen geben, dann blieben die meisten Bankfilialen geschlossen – ein erster Warnschuss.

„Es gab keine Bereitschaft zur Fortführung des tarifvertraglichen Kündigungsschutzes“, erklärte Verdi-Bundesvorstand Christoph Meister. „Das ist insbesondere vor dem Hintergrund fortwährender Verkaufsgerüchte, die von der Eigentümerin Deutsche Bank nicht dementiert werden, unverständlich und nicht hinnehmbar. Ohne Kündigungsschutz wird es mit uns keinen Tarifabschluss geben.“ Auch das Gehaltsangebot sei unzureichend.

Verdi fordert fünf Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2020. Die Arbeitgeberseite hat dagegen eine Erhöhung von 1,6 Prozent ab 1. März 2015 sowie weitere 1,6 Prozent ab 1. März 2016 bei einer Laufzeit bis Ende Februar 2017 angeboten. Postbank-Verhandlungsführer Ralf Stemmer sprach von einem fairen Angebot. „Das äußerst schwierige Marktumfeld verlangt einen Tarifabschluss mit Augenmaß.“ Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 4. März angesetzt.

Erst im Dezember hatte Verdi für rund 10.000 Mitarbeiter in den Service-Töchtern der Deutschen Bank, die teilweise mit denen der Postbank zusammengelegt wurden, einen Kündigungsschutz bis Juni 2017 ausgehandelt. Die Postbank gehört seit 2010 mehrheitlich zur Deutschen Bank, die damit ihr Privatkundengeschäft stärkte. Inzwischen gibt es jedoch interne Gedankenspiele, wonach die Frankfurter die Tochter wieder abstoßen könnten, um in Zeiten strengerer Regulierung die Bilanz zu verkürzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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