Deutsche-Bank-Tochter

Postbank freut sich über Gewinnanstieg

Bei der Deutschen Bank steht die Postbank auf der Verkaufsliste. Das laufende Geschäft scheint darunter nicht zu leiden. Die Filialbank macht im ersten Quartal mehr Gewinn – doch dabei wird es nicht bleiben.
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Deutsche Bank-Vorstand wirft hin

Deutsche Bank-Vorstand wirft hin

FrankfurtDie Postbank geht mit einem florierenden Tagesgeschäft in den bevorstehenden Verkauf: Zwar schrumpfte das Vorsteuerergebnis im ersten Quartal leicht auf 135 (Vorjahr: 140) Millionen Euro, wie das Bonner Institut am Dienstag mitteilte. Das liege aber unter anderem daran, dass im Gegensatz zum Vorjahr im Auftaktquartal bereits die gesamte europäische Bankenabgabe für das Jahr 2015 in Höhe von 23 Millionen Euro verbucht worden sei.

Unter dem Strich legte die Postbank deutlich zu, weil das Geschäft mit privaten Baufinanzierungen und Firmenkrediten brummte. Der Konzerngewinn stieg um zwölf Prozent auf 126 Millionen Euro. „Dies ist vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfeldes und dem stetig wachsenden Aufwand für Regulierungsthemen ein sehr erfreuliches Ergebnis“, zog Vorstandschef Frank Strauß Bilanz.

Für das Gesamtjahr erwartet er weiterhin ein leicht schrumpfendes Vorsteuerergebnis. Hier spielt auch eine Rolle, dass ein positiver Einmaleffekt aus dem Vorjahr wegfällt - so hatte der Verkauf der Service-Töchter an den Mutterkonzern Deutsche Bank die Verwaltungskosten deutlich gedrückt.

Deutsche Bank und Postbank gehen nach sieben Jahren bald wieder getrennte Wege. Deutschlands größtes Geldhaus hatte Ende April seine neue „Strategie 2020“ vorgestellt. Wichtigster Punkt ist die Trennung von der Postbank, um die eigene Bilanz zu verkürzen - vorzugsweise über einen Börsengang.

Zwar wurde das Bonner Institut nach der Finanzkrise von Altlasten entrümpelt und wieder in die Spur gebracht. Aber nach Ansicht der beiden Co-Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen ist die Integration in die Deutsche Bank unter den Erwartungen geblieben. Die Gewerkschaft Verdi hatte im Gegenzug für den geplanten Verkauf einen umfangreichen Kündigungsschutz für die Postbank-Beschäftigten durchgesetzt.

Insidern zufolge hält sich die Trauer über die Scheidung auf beiden Seiten in Grenzen. Eine gemeinsame Kultur der Mitarbeiter in der Privatkundensparte habe es nie gegeben. Nach Informationen des Handelsblatts verlässt Sparten-Chef Rainer Neske, der als großer Verlierer der Strategieentscheidung gilt, nach 25 Jahren die Deutsche Bank.

Das Banken-Chamäleon
Zeugnis der Anfangstage
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Der 10. März 1870 ist der Gründungstag der Deutschen Bank. Standort war damals nicht Frankfurt, sondern Berlin. Gründer waren Privatbankier Adelbert Delbrück und der Politiker Ludwig Bamberger. Erster Vorstandssprecher ist Georg von Siemens. Im Gründungsstatut wird die Bedeutung des Auslandsgeschäfts unterstrichen: „Der Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb von Bankgeschäften aller Art, insbesondere Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen Europäischen Ländern und überseeischen Märkten.“ Eine klare Ausrichtung des jungen Instituts.

Hauptsitz in Berlin
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So sah die Zentrale der Deutschen Bank in Berlin aus, hier auf einer späteren Aufnahme aus dem Jahr 1929. Ab 1880 finanzierte die Bank zunehmend Industrieprojekte. Der Ausbau des Filialnetzes hatte zunächst keine Priorität, die meisten Geschäfte wurden aus Berlin abgewickelt.

Frankfurt kommt erst später
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Weiteres Standbein ist von Beginn an das Einlagengeschäft. Bis 1873 eröffnet die Bank Filialen in Bremen, Hamburg, Yokohama, Schanghai und London. London ist schon damals die wichtigste Auslandsniederlassung. Die Filiale in Frankfurt am Main, heute der Hauptsitz, öffnet erst 1886. Im Bild die Niederlassung an der Frankfurter Kirchnerstraße anno 1914.

Filiale in der Fuggerstadt
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Die Filialen prägten natürlich auch nicht überall das Stadtbild, so wie in Berlin und später in Frankfurt. Diese Aufnahme zeigt die Straßen von Augsburg zur Jahrhundertwende – also 1900.

Geschäftssitze im Wandel der Zeit
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Gegen Ende des ersten Weltkriegs entstand dieses Foto von kaiserlichen Militärs vor der Niederlassung in Bremen. An der Filiale in der Hansestadt lässt sich der Wandel im Stadt- und Bankenbild gut illustrieren.

Bremen 50 Jahre später
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Das historische Gebäude am Domshof blieb der Handelsstadt Bremen erhalten. Das Umfeld hat sich komplett verändert – das gilt auch für Geschäftsfelder. Auf Wandel musste das Institut in seiner Geschichte immer wieder reagieren.

Neuausrichtung nach dem Ersten Weltkrieg
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Mit Ende des Erste Weltkriegs war auch das Auslandsvermögen des Instituts verloren. Die schwierige Wirtschaftslage nebst Inflation in der Weimarer Republik macht es der Deutschen Bank nicht einfach. Im Bild ein Kassenschalter aus dem Jahr 1920.

  • rtr
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