Deutsche-Bank-Tochter
Postbank rechnet mit Gewinneinbruch

Die Altlasten der Finanzkrise schlagen auf die Bilanz der Postbank: Die Tochter der Deutschen Bank rechnet für 2013 mit einem schwachen Gewinn. Erst im nächsten Jahr soll sich die Lage wieder deutlich verbessern.
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FrankfurtDer beschleunigte Abbau riskanter Altlasten wird in diesem Jahr nochmals einen Teil des Gewinns der Deutschen Postbank auffressen. "Aufgrund von Sondereffekten wird das Ergebnis vor Steuern nicht ganz die Höhe des Vorjahres erreichen", sagte ein Sprecher der Deutsche-Bank -Tochter am Dienstag. Auch Kosten der Integration in den Branchenprimus schlügen zu Buche.

2012 hatte sich der Vorsteuergewinn auf 386 (2011: 78) Millionen Euro verfünffacht, auch weil die Postbank anders als 2011 kaum Verluste auf griechische Staatsanleihen zu verkraften hatte. Im Geschäftsbericht hatte es noch geheißen, die Postbank rechne für 2013 nur mit einem niedrigen dreistelligen Millionengewinn. Erst für das kommende Jahr stellte Postbank-Chef Frank Strauß deutlich steigende Gewinne in Aussicht.

Die Postbank hatte - wie die Deutsche Bank - zum Jahresende 2012 den Teil ihres Geschäfts in eine interne "Bad Bank" ausgegliedert, den sie künftig nicht mehr betreiben will. Dazu zählten strukturierte Kredite - eine Altlast aus der Zeit vor der Finanzkrise -, gewerbliche Immobilienkredite im Ausland und ein Teil der Kredite an Firmenkunden, insgesamt ein Siebtel der Kreditrisiken in der Bilanz.

In der "Bad Bank" fielen 2012 Verluste von 443 (808) Millionen Euro an. Das Volumen strukturierter Kredite sei 2012 auf 900 Millionen Euro halbiert worden, nun soll der Abbau beschleunigt werden. "Für das höhere Maß an Sicherheit nehmen wir auch künftig Veräußerungsverluste in Kauf", erklärte die Postbank.

Die auf Immobilienkredite in den USA spezialisierte Tochter PB Capital Corp ging ebenso an die Muttergesellschaft Deutsche Bank wie das Fondsgeschäft, das für 46 Millionen Euro an die DWS verkauft wurde. Der Verkauf von PB Capital werde sich im ersten Quartal positiv mit einem kleinen dreistelligen Millionenbetrag niederschlagen, das Geld soll in die "Bad Bank" fließen.

Operativ sieht Strauß die Postbank auf dem richtigen Weg. Der Betriebsgewinn lag 2012 bei rund 600 Millionen Euro. "Wir glauben 2013 an ein stabiles operatives Geschäft", sagte der Sprecher. "Auf Basis eines stabilen Kundengeschäfts haben wir die Kosten erneut deutlich gesenkt und unsere Kapitaleffizienz gesteigert", bilanzierte der Bankchef über das Jahr 2012. Das Neugeschäft mit Ratenkrediten sei um 13 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gestiegen, die Bauspar-Tochter BHW reichte sechs Prozent mehr private Baukredite aus.

Der Zinsüberschuss ging aber um 7,1 Prozent zurück, 2013 werde er wegen des Verkaufs von PB Capital weiter sinken. Auch der Provisionsüberschuss fiel um 7,8 Prozent, hier sieht die Bank den Boden erreicht. Die Risikovorsorge blieb 2012 mit 384 Millionen Euro stabil, das soll in diesem Jahr so bleiben. Die Verwaltungskosten sanken um 200 Millionen auf drei Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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