Deutsche Bank und Goldman Sachs
Operation Vorstandsumbau

Ein Top-Banker von Goldman-Sachs wechselt zur Deutschen Bank. Dort muss der Finanzchef weichen. Ein anderer verlässt Goldman. Die Hintergründe der Rochade lesen Sie hier.
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DüsseldorfZwei Absteiger, ein Aufsteiger – so lautet das Fazit der Operation Vorstandsumbau, die bei der Deutschen Bank und ihrem ärgsten Konkurrent im Investmentbanking, die US-Bank Goldman Sachs, über die Bühne geht.

Einer der Absteiger ist der Deutschland-Chef von Goldman Sachs, Alexander Dibelius. Er tritt als Chef zurück und wird sich künftig nur noch als Investmentbanker um wichtige Kunden kümmern. Weniger im Rampenlicht steht der andere Absteiger. Der Finanzchef der Deutschen Bank, Stefan Krause. Er leitet künftig nicht mehr das Finanzressort, sondern übernimmt ein neugeschaffenes Ressort, das sich Operational Excellence und Strategie nennt. Inhalt dieser Arbeit dürfte sein, das laufende Kostensenkungsprogramm der Bank zu überwachen und sich um die langfristige Weiterentwicklung der Bank zu kümmern.

Gewinner der ganzen Rochade ist Marcus Schenck, der von Goldman zur Deutschen Bank wechselt und dort Chef des Finanzbereichs wird. Schenck kann damit einen weiteren Baustein zu seiner ungewöhnlichen Karriere hinzufügen. Er war früher bei Goldman Sachs, wechselte 2006 zum Energieversorger Eon, wo er den Umbau des Konzerns, der inzwischen stark unter der Energiewende leidet, vorantrieb. 2013 kehrte er zu der US-Investmentbank zurück und galt als gesetzter Nachfolger für den dortigen Deutschlandchef Dibelius. Wenn er jetzt die Fronten wechselt, hat Goldman in Deutschland einen wichtigen Mann verloren und Dibelius‘ Strategie vom geordneten Rückzug ist nicht aufgegangen.

Dibelius selbst war bislang eine der schillerndsten Figuren der Branche. Der ehemalige Herzchirurg hat sich 13 Jahre an der Spitze der Investmentbank gehalten – und damit die Finanzkrise, in die Goldman ebenso tief verstrickt ist, wie andere globale Banken, unbeschadet überstanden. 2010 sorgte er mit einem Satz für Diskussionen, wonach Banken „keine Verpflichtung haben das Gemeinwohl zu fördern“. Angeblich handelte es sich bei dem Zitat um einen Übersetzungsfehler.

Dibelius gilt in der Branche als genialer Dealmaker, dem Großkunden gern vertrauten. Er steckt als Kopf hinter zahlreichen Fusionen – zum Beispiel auch hinter der wenig glücklichen Daimler-Chrysler-Hochzeit. Auch die Trennung der beiden Autobauer organisierte Dibelius. Er begleitete auch die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone. Privat hatte Dibelius durch einen bizarren Rosenkrieg mit seiner Frau auf sich aufmerksam gemacht, mit der er keinen Ehevertrag hatte. „Ich bin eben ein Romantiker“, sagte er über sich selbst. Inzwischen ist der 55jährige geschieden und hat eine neue Partnerin.

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Neue Doppelspitze bei Goldman

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  • Noch kann GS gewählte Regierungen Stresstests ausbaden lassen.
    Das Ende solcherlei Trainings dürfte erkennbar sein.
    Irgendwann - und das wird gewiss nicht 1789 sein - wird GS erkennen müssen, welchen Luxus sich GS erlaubt hat.

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