Deutsche Bank und Schadenersatz
Friede Springer soll im Kirch-Prozess aussagen

Im Strafprozess gegen Deutsche-Bank-Manager lässt die Staatsanwaltschaft nicht locker: Sie will noch zahlreiche Zeugen anhören, die die Schuld der Banker bezeugen sollen. Darunter sind auch prominente Wirtschaftsgrößen.
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MünchenDie Staatsanwaltschaft hat am Freitag Hoffnungen der ehemaligen Deutsche-Bank-Manager auf ein baldiges Ende im Münchener Strafprozess jäh zerstört. Eigentlich waren nur noch wenige Termine in dem seit Ende April laufenden Verfahren gegen die fünf Ex-Topbanker anberaumt – doch nun beantragte die Staatsanwaltschaft die Vernehmung weiterer Zeugen. Mehr als 20 Personen sollen aussagen, darunter so prominente Wirtschaftsgrößen wie Friede Springer und Matthias Döpfner, aber auch der Medienunternehmer Rupert Murdoch.

Die bisherigen Äußerungen von Zeugen und Angeklagten haben die Anklage offenbar nicht von der Unschuld der Banker überzeugt. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen, die Ex-Bankchefs Josef Ackermann und Rolf-E. Breuer sowie Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig und Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck des Prozessbetrugs.

Die Banker sollen in dem Schadensersatzprozess „Kirch vs. Deutsche Bank“ die Unwahrheit gesagt haben. Den ersten Prozess hatte der mittlerweile verstorbene Medienunternehmer Leo Kirch angestrengt: Er war der Meinung, dass ein Interview, das der damalige Bankchef Breuer 2002 geführt hatte und in dem er die Kreditwürdigkeit des Medienunternehmers Leo Kirch angezweifelt hatte, das Ende der Kirch-Gruppe herbeigeführt habe.

Mit dem Interview sollte Kirch unter Druck gesetzt werden, sich unter den „Schutzschild“ der Bank zu begeben, hatte auch die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift des vergangenen Jahres erklärt. Da den Angeklagten bewusst gewesen sei, dass auf diesem Interview ein Schadenersatzanspruch bestand, sollen die Angeklagten vor Gericht die Unwahrheit gesagt haben, um den Schaden abzuwenden. Die Angeklagten wiesen das in den vergangenen Wochen zurück.

Doch nun legte die Staatsanwaltschaft nach: Die Sommerpause habe der Staatsanwaltschaft Gelegenheit zu einer Analyse des bisherigen Prozessverlaufs gegeben, las Oberstaatsanwältin Christiane Serini aus einer seitenlangen Stellungnahme vor. Die Deutsche Bank habe aber sehr wohl Interesse an Geschäften mit Kirch gehabt haben und daher sei auch das Interview „kein Zufall und kein Versehen“ gewesen.

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Friede Springer soll im Kirch-Prozess aussagen

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„Antragsmonster“ der Staatsanwaltschaft

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