Deutsche Bank und UBS: Die „Houdini-Steuerzahler“

Deutsche Bank und UBS
Die „Houdini-Steuerzahler“

Mit einem Trick wollten die beiden Großbanken aus Deutschland und der Schweiz Steuern für Bonuszahlungen an ihre Mitarbeiter umgehen. Das oberste Londoner Gericht machte ihnen jetzt einen Strich durch die Rechnung.

LondonDie Deutsche Bank und die Schweizer UBS haben in einem seit zwölf Jahren schwelenden Streit über Bonuszahlungen an Beschäftigte vor dem obersten Gerichtshof von Großbritannien am Mittwoch eine Niederlage erlitten.

Die beiden Geldinstitute hatten mit einander ähnelnden Konstruktionen versucht, die Steuerpflicht für bestimmte Bonuszahlungen aus dem Jahr 2004 zu senken. Dabei ging es um Aktien mit Sperrfrist von Unternehmen aus Steueroasen. Das britische Finanzamt kam später zu dem Schluss, dass die Konstruktionen einzig und allein dem Zweck dienten, Steuern zu vermeiden, und forderte die beiden Banken auf, jeweils rund 50 Millionen Pfund zu zahlen.

In seinem Urteil entschied der Oberste Gerichtshof, dass die Banken Steuern auf die Zahlungen entrichten müssen. Die britische Regierung geht mit zunehmender Aggressivität gegen legale, aber unpopuläre Steuervermeidung vor, indem sie Schlupflöcher stopft und Individuen wie Unternehmen vermehrt juristisch belangt.

Im vorliegenden Fall hatten Rechtsvertreter von Deutscher Bank und UBS argumentiert, die Banken hätten zwar versucht, Steuern zu sparen, dabei aber nicht gegen Regeln verstoßen. Beide Banken betonten, die beanstandeten Konstruktionen seien nur einmal verwendet worden.

Ein Richter am Londoner Supreme Court verglich den Plan der Banken mit einem „Houdini-Steuerzahler“, der mit ausgefeilten Tricks versuche, sich von den „Fesseln der Steuerpflicht“ zu befreien.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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