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US-Richter ernennt Aufseher für Swap-Geschäfte

Drei Vorschläge lehnte er ab – nun bestimmte US-Bundesrichter William Pauley selbst, wer bei der Deutschen Bank künftig deren Swap-Geschäfte überwacht. Für die Bank ist es dennoch ein Fortschritt.
Ein US-Richter hat für das Geldhaus einen Extra-Aufseher für Swap-Geschäfte ernannt. Quelle: dpa
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Ein US-Richter hat für das Geldhaus einen Extra-Aufseher für Swap-Geschäfte ernannt.

(Foto: dpa)

New YorkDie jüngste Einigung zwischen der Deutschen Bank und der US-Derivate-Behörde CFTC ist im Grundsatz per Gerichtsbeschluss bestätigt worden. Demnach werden Swap-Geschäfte des Geldhauses nun von einem eigens dafür eingesetzten Aufseher überwacht.

Wer diese Aufgabe übernehmen soll, wurde allerdings am Donnerstag von Bundesrichter William Pauley selbst bestimmt. Drei Vorschläge der CFTC lehnte dieser nach eigenen Angaben ab. Pauley berief Paul Atkins von Patomak Global Partners auf den Posten. Stellungnahmen der Bank und der CFTC lagen nicht vor.

Diese Zehn entscheiden über die Zukunft der Deutschen Bank
Paul Achleitner
1 von 10

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutschen Bank ist bekannt für seine engen Kontakte zur Industrie. Nachdem vorherige Manager es nicht geschafft hatten, Fehltritte auszubügeln, die den Zorn der Kläger von New York bis London auf sich zogen, wählte er John Cryan als neuen Hoffnungsträger aus. Doch sein Ruf leidet, seit Investoren angesichts stürzender Aktienkurse und anhaltendem Chaos ungeduldiger werden. Das wurde spätestens im April ersichtlich, als er in einen Streit im Vorstand über mutmaßliches Fehlverhalten verwickelt wurde.

Bill Baer
2 von 10

Der Chef der Kartellabteilung im US-Justizministerium konzentriert sich auf die Aufarbeitung der Finanzkrise von 2008 und hat den Ruf, wettbewerbsschädliche Deals aggressiv zu bekämpfen. Im vergangenen Jahr hat er Strafen über sechs Milliarden US-Dollar für Devisenmarktmanipulationen erstritten. Er hat das Sagen in den Gesprächen mit der Deutschen Bank – hat sich bislang aber noch nicht direkt zu dem Fall geäußert.

John Cryan
3 von 10

Der Deutsche-Bank Chef versucht, Kapitalpuffer zu stärken und die Rentabilität zu steigern, während er Vermögen verkauft, Jobs streicht und Dividenden zurückhält. Doch sprunghafte Märkte, Strafzinsen und strengere Regulationen sorgen für reichlich Gegenwind. „Wir sind und bleiben eine starke Deutsche Bank“, schreibt Cryan in einem Brief an die Mitarbeiter. Das Institut erfülle alle Eigenkapitalanforderungen, sei beim Umbau im Plan und verfüge über Liquiditätsreserven von über 215 Milliarden Euro. Die Risiken seien in den vergangenen Jahren deutlich reduziert worden. „Zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Deutsche Bank, was ihre Bilanz angeht, so sicher wie heute.“

Angela Merkel
4 von 10

Die Bundeskanzlerin hat das letzte Wort über mögliche staatliche Unterstützung für die Deutsche Bank. Sie steuerte das Land bereits durch die Finanzkrise. Diese Erfahrung hat sie aber auch gelehrt, welche Fallstricke es birgt, dem Finanzsektor auszuhelfen – insbesondere da im kommenden Jahr Wahlen anstehen.

Wolfgang Schäuble
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Bundesfinanzminister, verdienter Staatsmann und Merkels verlässliche Stütze bei Finanzangelegenheiten: Er würde eine mögliche Rettung der Deutschen Bank hauptverantwortlich gestalten und ausführen. Noch im Februar sagte Schäuble, er mache sich keine Sorgen um die Deutsche Bank. Doch mittlerweile vermeidet er öffentliche Kommentare zur Lage der Bank. Einen Bericht der „Zeit“, dass die Bundesregierung bereits an einem Rettungsplan arbeite, ließ er allerdings dementieren.

Mario Draghi
6 von 10

Auch der Chef der Europäischen Zentralbank würde wohl in jedem Fall miteinbezogen werden. Die Geldpolitik der EZB wird als die Wurzel vieler Probleme der Deutschen Bank angesehen. Draghi dagegen sagte nun, Niedrigzinsen stellten kein Systemrisiko dar.

Daniele Nouy
7 von 10

Seit zwei Jahren ist sie die Chefin der Europäischen Bankenaufsicht. Die 65-Jährige Französin wird als strenge Aufseherin gefürchtet. Sie prüft die Aktivitäten und Bilanzen der Deutschen Bank und wird den Kapitalbedarf der Bank für 2017 festlegen.

Die Behörde schaut dem Konzern bei ihren Swap-Geschäften verstärkt auf die Finger. Hintergrund ist der Umgang des Instituts mit einem Systemausfall am 16. April.

  • rtr
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