Deutsche Bank

Vorstandsmitglied nimmt Auszeit wegen Krankheit

Quintin Price, Deutsche-Bank-Vorstandsmitglied und Chef der Vermögensverwaltungssparte Deutsche Asset Management, nimmt eine krankheitsbedingte Auszeit. Er ist erst seit Jahresbeginn im Amt.
Bei der Deutschen Bank stehen wieder Personalveränderungen an. Quelle: dpa
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Bei der Deutschen Bank stehen wieder Personalveränderungen an.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Vermögensverwaltung der Deutschen Bank muss bis auf weiteres ohne Quintin Price auskommen. Das Vorstandsmitglied nehme nach Rücksprache mit seinen Ärzten eine krankheitsbedingte Auszeit, erklärte Vorstandschef John Cryan am Montag in einer Mitteilung an die Belegschaft. „Weitere Tests sowie Beratungen mit seinen Ärzten und damit auch die Details der Behandlung von Quintin stehen noch aus. Es ist aber bereits absehbar, dass er sich bis auf Weiteres vollständig darauf konzentrieren wird, wieder gesund zu werden.”

Quintin Price leitet seit Jahresbeginn die Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank (DWS). Sie ist für die Betreuung von institutionellen Anlegern und das Geschäft mit Fonds zuständig. Quelle: Jonas Melzer
Quintin Price

Quintin Price leitet seit Jahresbeginn die Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank (DWS). Sie ist für die Betreuung von institutionellen Anlegern und das Geschäft mit Fonds zuständig.

(Foto: Jonas Melzer)

Price, der lange für den weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock gearbeitet hat, sitzt erst seit Anfang des Jahres im Vorstand von Deutschlands größtem Geldhaus. Die Vermögensverwaltung wird in dem Gremium nun von Cryan selbst repräsentiert. Die Aufgaben von Price im laufenden Geschäft soll Jon Eilbeck übernehmen, der in der Sparte derzeit weltweit für das operative Geschäft zuständig ist.

Cryan ist der neue starke Mann
Die Vorstandschefs der Deutschen Bank
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Hermann Josef Abs (1957-1967, oben links): Der gelernte Banker handelt in den 50er Jahren das Londoner Abkommen über deutsche Auslandsschulden aus. Ministerangebote von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) schlägt er aus. Als Aufsichtsratsvorsitzender von zeitweise bis zu 30 Aktiengesellschaften erlangt Abs später enormen wirtschaftlichen Einfluss in der Bundesrepublik.

Franz Heinrich Ulrich (1967-1976) und Karl Klasen (1967-1969): Die erste Doppelsitze besteht, bis Klasen 1970 Präsident der Bundesbank wird. Ulrich setzt sich gegen den „Ausverkauf“ der deutschen Wirtschaft ins Ausland ein. Die Deutsche Bank übernimmt etwa 29 Prozent des Grundkapitals der Daimler-Benz AG von der Familie Flick.

John Cryan (ab Juli 2015)
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Anfang Juli löst der Brite John Cryan zunächst Anshu Jain in der Doppelspitze mit Jürgen Fitschen ab. Seit Mai 2016 führt er die Deutsche Bank allein. John Cryan war von 2012bis 2014 Präsident Europa von Temasek, dem Staatsfonds Singapurs. Von 2008 bis 2011 war er Finanzvorstand der UBS. Er hatte die Bank als Finanzchef durch die Krise nach der Lehman-Pleite geführt. Als klar war, dass der damalige Chef Oswald Grübel den heutigen CEO Sergio Ermotti befördern würde, trat Cryan bei der Schweizer Großbank „aus persönlichen Gründen“ zurück. Seit 1987 hatte Cryan verschiedene Funktionen im Corporate Finance-Geschäft und in der Kundenberatung von UBS und SG Warburg inne. Er verfügt über einen Abschluss der Universität Cambridge.

Anshu Jain und Jürgen Fitschen (2012-2015/16)
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Jain verdiente jahrelang als oberste Investmentbanker Milliarden für die Deutsche Bank. Viele Probleme des Hauses haben ihre Wurzeln in der von ihm geführten Sparte. Fitschen kämpft derzeit noch an zwei Fronten: Intern läuft immer noch die Aufarbeitung der Altlasten. Mitten im Umbruch bei der Deutschen Bank bindet ihn auch noch der Fall Kirch. Im Strafprozess vor dem Landgericht München wehrt sich Fitschen gegen den Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs im Schadenersatz-Verfahren um die Kirch-Pleite.

Josef Ackermann (2002-2012)
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Der Schweizer polarisiert wie kaum ein anderer Bankmanager. Im Mannesmann-Prozess zeigt er 2004 im Gerichtssaal das Victory-Zeichen, 2005 streicht er tausende Stellen und verkündet zugleich ein Renditeziel von 25 Prozent. Die Deutsche Bank wird unter Ackermann eine weltweit führende Investmentbank, er steuert sie ohne Staatshilfen durch die Finanzkrise.

Rolf-Ernst Breuer (1997-2002)
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Als „Mister Finanzplatz“ baut er Frankfurt zu einem internationalen Finanzstandort aus. Ein Rückschlag ist 2000 die gescheiterte Fusion mit der Dresdner Bank. Später äußert sich Breuer kritisch zur Kreditwürdigkeit Leo Kirchs. Der Medienkonzern bricht zusammen, der Unternehmer verklagt Breuer und die Deutsche Bank. Eine juristische Dauerfehde beginnt.

Hilmar Kopper (1989-1997)
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Kopper baut das Investmentbanking aus und richtet die Bank zunehmend international aus. Eine der größten Pannen ist der Crash des Immobilien-Imperiums von Jürgen Schneider. Aus Koppers Bemerkung, offene Rechnungen in Höhe von 50 Millionen Euro seien „Peanuts“, wird das Unwort des Jahres 1994.

Alfred Herrhausen (1985-1989)
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Der Politikwissenschaftler will die Deutsche Bank zu einem Institut mit Weltstatus umbauen. Er fädelt große Übernahmen anderer Geldhäuser ein. Das „Allfinanz“-Konzept (Finanzprodukte aus einer Hand) wird zum Vorbild für andere deutsche Banken. Herrhausen kommt 1989 durch ein Attentat der RAF ums Leben.

  • rtr
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