Deutsche Bank
Wende im Streit mit Ex-Mitarbeiterin

Im Herbst 2015 war eine frühere Mitarbeiterin der Deutschen Bank in London vor das Arbeitsgericht gezogen, um sich gegen ihre Entlassung zu wehren. Sie fühlte sich sexuell diskriminiert. Doch ein Verfahren gibt es nicht.

LondonDie Vorwürfe hatten es in sich: Shivani Mathur, ehemalige Mitarbeiterin der Deutschen Bank in London, hat ihrem einstigen Arbeitgeber vorgeworfen, sie zu Unrecht entlassen zu haben, sexuell diskriminiert und im Vergleich zu ihren Kollegen schlechter bezahlt zu haben. Mathur ist daher im Herbst vergangenen Jahres vor das Arbeitsgericht gezogen.

Doch zu einer Verhandlung, in der Mathur die Vorwürfe, die aus den Gerichtsunterlagen hervorgehen, noch detaillierter erläutern würde, wird es nicht mehr kommen. Beide Parteien haben sich jetzt auf einen Vergleich geeinigt, wie Anfang der Woche bekannt wurde. Der Arbeitsrechtprozess sei beigelegt worden, sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher. Darüber hinaus wollte er sich nicht äußern.

Einem Insider zufolge zahlt Deutschlands größtes Geldhaus eine nicht näher bezifferte Summe, um den Fall aus der Welt zu schaffen. Mathur bestätigte die außergerichtliche Einigung. Über die Details sei Stillschweigen vereinbart worden, erklärte sie in einer E-Mail.

Mathur, die 2008 bei der Deutschen Bank angefangen hatte, war eine von insgesamt sieben Mitarbeitern, von denen sich das Institut im Zuge einer Einigung im Skandal um die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor im Frühjahr 2015 trennen musste. Dieser Vergleich mit britischen und US-amerikanischen Finanzaufsehern hatte die Bank 2,5 Milliarden Dollar gekostet. Die New Yorker Finanzaufsicht hatte zudem die Auflage damit verbunden, dass die Bank einige Mitarbeiter vor die Tür setzen müsse – darunter auch Mathur.

Die ehemalige Deutsche-Bank-Managerin wollte das nicht hinnehmen. Bei einer Gerichtsanhörung Anfang dieses Jahres, bei der eigentlich festgelegt werden sollte, ob alle Anschuldigungen ihrer Klage zugelassen werden könnten oder teilweise zu alt sind, hatte die Deutsche Bank Mathurs Vorwürfe zurückgewiesen.

In London ist gleich eine ganze Reihe von Bankern, die im Zuge des Libor-Skandals oder der Affäre um die Manipulation von Devisenkursen ihren Job verloren haben, gerichtlich gegen ihre Entlassung vorgegangen. So hat beispielsweise ein ehemaliger Citigroup-Banker argumentiert, er sei einfach zum Sündenbock gemacht worden und Dinge, die lange üblich und akzeptiert gewesen seien, seien plötzlich zu einem Entlassungsgrund geworden. Das Arbeitsgericht schloss sich im Herbst vergangenen Jahres seiner Argumentation an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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