Deutsche Bank
Wie Foodwatch Ackermann reinlegte

Der Handel mit Rohstoffen ist für Banken ein heikles Thema. Organisationen wie Foodwatch werfen auch der Deutschen Bank vor, den Hunger in der Welt zu befeuern. Ein Brief an Vorstandschef Ackermann wurde zum PR-Desaster.
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FrankfurtThilo Bode ist ein Mann, der weiß, wie Kampagnen gehen - als Sohn eines Journalisten, als Chef von Greenpeace, als Gründer der Verbraucherschutz Organisation Foodwatch. Dass er ein promovierter Volkswirt ist, hilft dem 64-Jährigen, ziemlich gut einzuordnen, welcher Markt, weswegen, wie tickt.

Sein gesamtes Können stellt Bode derzeit in einem nach allen Regeln der Kampagnenkunst entfachten Streit mit der Deutschen Bank unter Beweis. Es ist in einem Briefwechsel zwischen Bode und Ackermann dokumentiert, der Handelsblatt Online vorliegt.

Dabei geht es dem Foodwatcher um ein legitimes Anliegen: In den vergangen zwei Jahren sind die Nahrungsmittelpreise um mehr als ein Drittel gestiegen. Diejenigen, die vorher wenig zu essen hatten, sind endgültig vom Hunger bedroht, weil sie sich kein bisschen mehr leisten können. 

Schuld am Anstieg der Nahrungsmittelpreise sind aber nicht die vielen hungrigen Menschen und zu wenig vorhandenes Mehl und Soja und Reis, sondern, so meinen Bode und seine Organisation Foodwatch, jene Händler, die mit Nahrungsmitteln spekulieren, als seien es Zinswetten.

Bode hat deswegen am 19. Oktober des vergangenen Jahres einen Brief an Josef Ackermann geschrieben. "Sie sind Vorsitzender einer der größten Investmentbanken der Welt", schreibt er und erinnert Ackermann an dessen Versprechen, „ökologisch und sozial möglichst verantwortlich zu handeln“. „Doch dieser hehre Anspruch steht bedauerlicher Weise in krassem Gegensatz zum tatsächlichen Agieren der Deutschen Bank“, heißt es in Bodes Brief. Mit Spekulationen auf Nahrungsmitteln bedrohten Investmentbanken das globale Gemeinwohl. „Verzichten Sie darauf“, ruft Bode Ackermann zu.

Einen Tag später, am 20. Oktober, hat sich der so Angesprochene hingesetzt und selbst einen Brief geschrieben. „Sehr geehrter Herr Dr. Bode“, geht dieser los und dann verspricht Ackermann, die Auswirkungen des Rohstoffhandels gründlich zu prüfen. Eine Fachabteilung werde sich „um eine möglichst rasche und detaillierte Antwort bemühen“, versichert Ackermann mit freundlichen Grüßen.

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Fördert Ackermann millionenfachen Hungertod?

Kommentare zu " Deutsche Bank: Wie Foodwatch Ackermann reinlegte"

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  • Werter Herr Stock,

    ich kann mich den diversen Kommentaren zu Ihrem journalistischem Blickwinkel auf das Thema nur anschließen: Sie schreiben am Thema vorbei. Nicht die Kampagnenfähigkeit von Foodwatch oder die PR-Strategie der Deutschen Bank interessieren Ihre Leser. Interessant sind doch vielmehr die von Foodwatch aufgeworfenen Fragen um einen Zusammenhang von Hunger und Börsenstrategien und vor allem die Frage nach der ethischen Verantwortung der Deutschen Bank. Hier hätte ich Fundiertes vom Handelsblatt erwartet.

    Mit freundlichen Grüßen
    aus Hamburg

  • Protest gegen Nahrungsmittel-Spekulationen
    Spekulanten profitieren vom Handel mit Nahrungsmitteln, während die Zahl der Hungernden weltweit steigt! Die Initiative handle-fair.de protestiert dagegen!

  • Kampagne: "Duft und Korruption ..."

    -> In seinem Urin hätten Sie Drogenreste gefunden ...

    http://www.about-monster.com/content/tmp-worldwide-announces-expansion-its-line-advertising-services-latest-acquisition
    jobpilot.de / welches englisch/deutsche it-startup war 1999 deren it-dienstleister?

    natcomp und fuji/cdc - das sind die mit den nutten und dem koks (friedmann)!

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