Deutsche Banken: Kreditgeschäft zieht an

Deutsche Banken
Kreditgeschäft zieht an

Die deutschen Unternehmen haben im vierten Quartal 2005 so viele langfristige Kredite aufgenommen wie seit Beginn der entsprechenden Statistik vor drei Jahren nicht mehr. Die Neuausleihungen in dieser Kreditkategorie stiegen nach einer Statistik, die die Bundesbank im Internet veröffentlichte, gegenüber dem Vorjahr um fast 30 Prozent auf 28,8 Mrd. Euro.

FRANKFURT. Diese eindrucksvolle Zahl bestätigt, dass die Nachfrage nach Investitionskrediten und die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe nach einer mehrjährigen Durststrecke kräftig anzieht.

Bei den Hypothekarkrediten lag das Neugeschäft mit knapp zwölf Mrd. Euro im vierten Quartal sogar fast 50 Prozent höher als vor einem Jahr. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Auslaufen der Eigenheimzulage zum Jahreswechsel zu beträchtlichen Vorzieheffekten geführt haben dürfte.

Den meisten deutschen Banken, die dieser Tage ihre Jahresbilanzen vorlegen, hat die lebhafte Kreditnachfrage bei der Ausweitung ihres Geschäfts geholfen. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen für die Banken. Die Unternehmen führten ihre Verschuldung bei den Banken bis zuletzt weiter zurück. Bei den privaten Haushalten glich der weiter abnehmende Bestand der Konsumentenkredite die Zunahme der Wohnungsbaukredite weitgehend aus. Dass das Volumen der ausstehenden Kredite trotz des stark anziehenden Neugeschäfts weiter sinkt, lässt darauf schließen, dass die Tilgungen der früher aufgenommenen Kredite nach wie vor dominieren. Eine Statistik der Tilgungen gibt es nicht. Bis etwa 2002 waren deutlich mehr Kredite aufgenommen worden als in den letzen Jahren, so dass gerade bei langfristigen Krediten die Tilgungen im Vergleich zum Neugeschäft noch relativ hoch sind.

Die Dynamik des übrigen EuroRaums hat Deutschland trotz des hier besonders niedrigen Ausgangsniveaus auch beim Neugeschäft noch nicht ganz erreicht. Das ergeben Berechnungen des Handelsblatts auf Grundlagen der Daten von Europäischer Zentralbank und Bundesbank. Außerhalb Deutschlands wurden im vierten Quartal 44 Prozent mehr langfristige Unternehmenskredite vergeben als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Vorsprung gegenüber Deutschland resultiert vor allem von den kleineren Krediten bis zu einer Million Euro, die in Deutschland nur mäßig, im übrigen Euro-Raum aber um 50 Prozent zulegten.

Anders als in Deutschland steigt das Volumen der ausstehenden Kredite im übrigen Europa mit hohen und zunehmenden Raten. Bei den Wohnungsbaukrediten erreichte die Zunahme im Vorjahresvergleich im Dezember den neuen Rekordwert von 19,1 Prozent, bei den Unternehmenskrediten waren es immerhin 10,8 Prozent.

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