Deutsche Börse
Schon wieder Ärger mit der Bafin

Die Finanzaufsicht prüft, ob das Unternehmen die Märkte zu spät über die Auswahl des neuen Börsen-Bosses Theodor Weimer informiert hat. Allerdings war bis zuletzt auch noch ein interner Kandidat im Rennen.
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FrankfurtDie Deutsche Börse und die Bafin – es ist die unendliche Geschichte des Jahres 2017. Im Herbst griff die deutsche Finanzaufsicht maßgeblich ins Insider-Verfahren von Vorstandschef Carsten Kengeter ein und forcierte damit letztlich dessen Rückzug. Und nun untersucht die Bonner Behörde, ob die Deutsche Börse die Märkte Mitte November zu spät über die Auswahl von Kengeters Nachfolger Theodor Weimer informiert hat. Der aktuelle Chef der Hypo-Vereinsbank übernimmt zum Jahreswechsel die Führung von Deutschlands größtem Börsenbetreiber.

Die Bafin ermittle wegen einer „möglicherweise verspäteten Ad-hoc-Mitteilung, die als Insiderinfo immer relevant sein kann“, sagte eine Sprecherin der Behörde am Freitag dem Handelsblatt. „Wir gucken uns an, ob und wann diese Personalie veröffentlichungspflichtig war.“ Die Deutsche Börse äußerte sich dazu nicht. Über die Prüfung hatte zuerst die Wirtschaftswoche berichtet.

Das Handelsblatt und mehrere andere Medien hatten bereits am 15. November berichtet, dass Weimer der Favorit auf die Nachfolge von Kengeter ist. Die Deutsche-Börse-Aktien legte an dem Tag knapp zwei Prozent zu. Der Personalausschuss und der Aufsichtsrat der Deutschen Börse tagten jedoch erst am 16. November. Das Kontrollgremium bestellte den derzeitigen Chef der Hypo-Vereinsbank dann am Nachmittag zum neuen Vorstandschef, worüber das Unternehmen die Märkte umgehend in einer Ad-hoc-Mitteilung informierte. Finanzkreisen zufolge war bis zuletzt auch noch Finanzchef Gregor Pottmeyer im Rennen um die Kengeter-Nachfolge.

Bafin killt den Kengeter-Deal

Die Deutsche Börse und die Bafin waren im Zuge des Insider-Verfahrens gegen Vorstandschef Kengeter bereits mehrfach aneinandergeraten. Kengeter hatte im Dezember 2015 im Rahmen eines Vergütungsprogramms Aktien der Deutschen Börse gekauft – rund zwei Monate vor Bekanntwerden der inzwischen gescheiterten Fusionsbemühungen mit der London Stock Exchange (LSE). Der Staatsanwalt geht davon aus, dass Kengeter schon 2015 über den LSE-Deal verhandelte, und wirft ihm deshalb Insiderhandel vor. Das Unternehmen und der Vorstandschef haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

Im Juli 2017 teilte die Deutsche Börse dann in einer Ad-hoc-Mitteilung mit, die Staatsanwaltschaft habe im Rahmen eines möglichen Vergleichs mit dem Unternehmen in Aussicht gestellt, auch das Verfahren gegen Kengeter ohne Auflagen einzustellen. Doch die Staatanwaltschaft widersprach der Darstellung wenig später. Die Bafin leitete daraufhin eine Untersuchung ein, ob die Deutsche Börse Investoren mit der Mitteilung getäuscht hat. Diese Prüfung dauert noch an, wie die Bafin-Sprecherin erklärte.

Im September verständigten sich die Deutsche Börse und Kengeter dann mit dem Staatsanwalt, die Verfahren gegen das Unternehmen und den Vorstandschef gegen Geldauflagen einzustellen. Doch die Finanzaufsicht Bafin machte Finanzkreisen zufolge anschließend in einem Brief an das Gericht klar, dass sie den Vergleich ablehnt. Eine Einstellung wäre aus Sicht der Behörde ein falsches Signal, schließlich habe die EU erst kürzlich schärfere Sanktionen bei Verstößen gegen das Wertpapierhandelsgesetz ermöglicht, hieß es. Zudem sei die Bafin grundsätzlich der Ansicht, dass der Fall weiterverfolgt werden sollte.

Das Amtsgericht Frankfurt schloss sich dieser Sichtweise an und verwies den Fall Ende Oktober zurück an die Staatsanwaltschaft. Diese wird nun weiter ermitteln, bevor sie Anklage gegen Kengeter erhebt oder das Verfahren einstellt. Nach Einschätzung von Experten können sich die Ermittlungen bis weit ins nächste Jahr hineinziehen. Eine Verlängerung von Kengeters Vertrag, der ursprünglich bis Ende März galt, wäre für den Aufsichtsrat somit quasi unmöglich gewesen. Kengeter kündigte deshalb wenige Tage nach der Entscheidung des Amtsgerichts an, Ende des Jahres als Vorstandschef abzutreten.

Andreas Kröner
Andreas Kröner
Handelsblatt / Finanzkorrespondent

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  • Diese Nachricht hört sich an wie eine Nachricht aus der alten Welt. In der neuen Welt, der Welt der Kryptowährungen, gibt es solche Bevormundungen und Regulierungen Gottseidank nicht mehr. Es lebe der Liberalismus!

    In der neuen Welt regelt sich alles durch puren Kapitalismus und das ist gut so. Zum Beispiel wird gerade der Platzhirsch Bitcoin durch die User aktivierte Hardfork BitcoinCash entthront. Der Wechselkurs hat sich in den letzten 5 Wochen dramatisch zu Gunsten von BitcoinCash verschoben, auch wenn die Nachrichten (fast) nur das Thema Bitcoin kennen.

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