Deutsche Börse und LSE
„Mir liegt Frankfurt sehr am Herzen“

Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter zeigt sich unbeeindruckt vom Gegenangebot aus den Vereinigten Staaten. Eine Fusion mit der London Stock Exchange würde eine „Liquiditätsbrücke“ zwischen London und Frankfurt schaffen.

Frankfurt/HongkongDie Deutsche Börse setzt bei der geplanten Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) auf die Unterstützung der Banken. „Die Verbindung der Londoner und Frankfurter Börse würde eine Liquiditätsbrücke schaffen, die das Angebot von Wertpapieren wie auch deren Liquidität deutlich erhöhen wird“, sagte Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter am Mittwoch bei einer Branchenkonferenz in Frankfurt.

Eine Fusion mit London wäre zum Nutzen der Emittenten und aller Marktteilnehmer, sagte Kengeter weiter. „Die Realität sieht so aus, dass sich der Finanzplatz Frankfurt in einem harten globalen Wettbewerb befindet. Und in diesem Wettbewerb ist der Finanzplatz angewiesen auf Bündnisse“.

Vorteile für die Banken werde es vor allem bei der Abwicklung von Derivategeschäften geben, sagte er. Deutsche Börse und LSE wollen es ermöglichen, dass Banken Derivatepositionen auf beiden Seiten des Ärmelkanals miteinander verrechnen können. Damit würde der Bedarf an Sicherheiten, die Geldhäuser für diese Geschäfte hinterlegen müssen, sinken, sagte Kengeter. „Dadurch werden die Marktteilnehmer, unter anderem Banken, erhebliche Kosteneinsparungen erfahren.“

Die zentralen Standorte Frankfurt und London würden in einem Gemeinschaftskonzern „in ihrer rechtlichen, regulatorischen und inhaltlichen Integrität fortgeführt“, versicherte Kengeter. „Mir liegt der Finanzplatz Frankfurt/Rhein-Main sehr am Herzen. Und es ist genau deshalb, dass ich mich in der Pflicht sehe, etwas für diesen Finanzplatz zu tun.“

Die Unterstützung eines Finanzchefs ist ihm schon einmal sicher: Der Deutsche-Bank-Chef John Cryan hat sich für die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange (LSE) ausgesprochen. Er sei bei dem Thema zwar nicht unvoreingenommen, weil sein Haus die Deutsche Börse berate, sagte Cryan am Mittwoch auf einer Branchenkonferenz in Frankfurt.

Aber auch aus reiner Kundensicht einer Großbank könne er voller Überzeugung sagen: „Dieser Zusammenschluss ist sehr sinnvoll.“ In der Börsenlandschaft zähle Größe. Die Banken würden von einem schwergewichtigen europäischen Marktbetreiber mit vielfältigem Angebot profitieren.

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