Deutsche Leasing: Preiskampf im Leasinggeschäft

Deutsche Leasing
Preiskampf im Leasinggeschäft

In der Leasingbranche ist es in den vergangenen Monaten zu einem verschärften Druck auf die Gewinnmargen gekommen. „Einige Wettbewerber haben das Jahresendgeschäft im November und Dezember mit ihren Preisen regelrecht versaut. Unter diesen Bedingungen haben wir verschiedene Geschäfte abgelehnt“, skizzierte Vorstandsvorsitzender Hans-Michael Heitmüller vom Deutsche Leasing-Konzern am Montag in Frankfurt die Lage.

FRANKFURT. Trotzdem konnte der Leasing-Anbieter der Sparkassen in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2005/2006 (30. September) im Inland um acht Prozent zulegen und im Ausland um gut 40 Prozent wachsen. Insgesamt soll das Neugeschäft im Gesamtjahr auf 6,8 Mrd. Euro zunehmen – nach 6,1 Mrd. im Vorjahr. Dabei werde das Mobiliengeschäft mit dem Mittelstand alleine rund fünf Mrd. Euro ausmachen.

Zu den wichtigsten Wettbewerbern der Deutschen Leasing gehören die IKB, die zur Landesbank Baden-Württemberg zählende Süd-Leasing, die der französischen Bank Société Générale gehörende Gefa und die VR Leasing im Lager der Volks- und Raiffeisenbanken.

Auch im genossenschaftlichen Finanzverbund ist das Top-Management auf Expansion eingestellt: „Für die Zukunft erwarte ich jährlich zweistellige Zuwächse im Neugeschäft“, sagte Reinhard Gödel, Vorstandschef der VR Leasing. Starkes Wachstum verzeichne man vor allem in Osteuropa. Im Gegensatz zur Deutschen Leasing der Sparkassen konzentriere sich die VR Leasing dabei auf die ausländischen Gewerbekunden vor Ort, nicht so sehr auf die Begleitung des Exportgeschäfts deutscher Firmen, erläuterte Gödel. Die Deutsche Leasing will dagegen nach dem Einstieg in China die letzten weißen Flecken auf der Landkarte schließen und ist unter anderem eine Kooperation im Maschinen-Leasing mit einer Tochter der Banc of America eingegangen, wie Heitmüller jetzt mitteilte.

Die Deutsche Leasing war bisher auf das Leasing beweglicher Wirtschaftsgüter konzentriert. Im vergangenen Jahr überraschte sie die Branche mit der Mehrheitsübernahme der Gesellschaften AGV und DAL, die auf Immobilien, immaterielle Vermögenswerte und das „Big-Ticket-Geschäft“ wie die Finanzierung von Flugzeugen und Schiffen spezialisiert sind. Außerdem tastet sich die Deutsche Leasing an die private Autofinanzierung heran. In den Sparkassen vor Ort sei die Pilotphase für das neue Produkt „Auto-Kredit vario“ abgeschlossen, seit Jahresanfang verzeichne man wöchentlich ein Neugeschäft von rund 1,5 Mill. Euro.

Die genossenschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Verbünde liegen mit dem Neugeschäft ihrer Leasing-Spezialisten über dem Wachstum der Branche. Nach Verbandsangaben des BDL zogen die Leasing-Investitionen 2005 insgesamt um 8,7 Prozent auf den Rekordwert von gut 50 Mrd. Euro an. Laut Münchener ifo-Institut erschweren die neuen Eigenkapitalanforderungen an die Banken (Basel II) für kleine und mittlere Unternehmen den Zugang zum Investitionskredit. Deshalb sei Leasing mittlerweile die wichtigste Alternative zum Kredit geworden.

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