Deutsche Versicherer
Arag sucht Käufer für Lebensversicherungs-Sparte

Wie alle deutschen Lebensversicherer leidet auch die Arag Leben unter Niedrigzinsen und einer schärferen Regulierung. Arag will die Sparte daher verkaufen, Verhandlungen mit der Frankfurter Leben sollen bereits laufen.

FrankfurtDer Düsseldorfer Versicherer Arag will seine Lebensversicherungs-Sparte loswerden. „Wir führen Gespräche über einen Verkauf der Arag Leben“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ sind Verhandlungen mit dem Abwicklungs-Spezialisten Frankfurter Leben bereits weit fortgeschritten.

Die Frankfurter Leben, hinter der die BHF-Bank und der chinesische Investor Fosun stehen, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Arag wollte sich zu den Interessenten nicht äußern. Der Versicherer, der dem Unternehmer Paul Otto Faßbender gehört, ist vor allem für seine Rechtsschutz-Sparte bekannt.

Arag Leben gehört mit einem Prämienvolumen von 220 Millionen Euro und 2,5 Milliarden Euro Kapitalanlagen zu den kleineren der knapp 90 deutschen Lebensversicherer. Sie alle leiden unter den niedrigen Zinsen und der schärferen Regulierung, die es ihnen schwer machen, die früheren hohen Rendite-Versprechungen an die Kunden zu erfüllen.

Unternehmenskreisen zufolge schreibt Arag Leben noch eine schwarze Null. Aus dem Geschäft mit klassischen Kapital-Lebensversicherungen hat sie sich schon vor zehn Jahren zurückgezogen und verkauft seither vor allem fondsgebundene Produkte, die inzwischen 50 Prozent des Bestandes ausmachten, wie der Sprecher sagte. Aber die Verpflichtungen der Vergangenheit belasteten sie langfristig.

Arag Leben sitzt wie die Kranken-Sparte des Versicherers in München. Die Krankenversicherung stehe aber nicht zum Verkauf, betonte der Sprecher.

Gesellschaften wie die Frankfurter Leben oder Heidelberger Leben haben sich auf die Fahnen geschrieben, Leben-Bestände ohne Neugeschäft aufzukaufen und über die Zeit abzuwickeln. Je mehr Portfolien sie aufkaufen, desto lukrativer ist das Geschäft. Die vor einem Jahr gegründete Frankfurter Leben wartet aber noch auf die Genehmigung der Finanzaufsicht BaFin für ihren ersten Zukauf, ein Portfolio des Schweizer Versicherers Baloise (Basler Leben).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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