Deutsche Versicherer: Immobilien, die Retter der Rendite

Deutsche Versicherer
Immobilien, die Retter der Rendite

Die deutschen Versicherer haben ein Problem: Sie garantieren ihren Kunden etwa bei Lebensversicherungen Zinsen von 3,4 Prozent. Doch für das bei den Versicherten eingesammelte Geld bekommen sie selbst am Markt teilweise deutlich weniger.
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DÜSSELDORF/FRANKFURT. So werfen Bundesanleihen nur noch wenig mehr als zwei Prozent Rendite ab. Langfristig tut sich da eine bedrohliche Lücke auf, wenn die Zinsen niedrig bleiben. Doch nun haben die deutschen Versicherer eine Lösung gefunden: Sie investieren deutlich stärker in Immobilien. Damit lassen sich Renditen von fünf Prozent und mehr erwirtschaften. Und die Immobilienanlage ist nicht sehr viel riskanter als etwa Anleihen, in die Versicherer nach Angaben der Finanzaufsicht BaFin bisher 87 Prozent ihrer Gelder investieren.

Allein die Allianz legt jeden Tag 130 Millionen Euro an

Der Druck der Branche ist gewaltig. Im vergangenen Jahr legten die Lebensversicherer knapp 140 Mrd. Euro neu an. Allein die Allianz Leben investiert Arbeitstag für Arbeitstag im Schnitt etwa 130 Mio. Euro.

Vorreiter der Strategie ist der Marktführer Allianz, der schon kräftig investiert. Die Konkurrenten wie Talanx kündigen ebenfalls an, einen höheren Anteil ihrer Anlagegelder in Immobilien zu investieren.

Die Allianz, sagt der für den Bereich verantwortliche Manager Stefan Brendgen, will ihr Immobilienvermögen von 17 Mrd. Euro in den kommenden Jahren fast verdoppeln und auf eine Quote von gut sechs Prozent an den Kapitalanlagen kommen. Das ist dann ebenfalls fast doppelt so viel, wie die Branche im Schnitt in Bürotürme, Lagerhallen und Wohnblocks investiert hat – oder in Aldi-Märkte. Das war einer der spektakulärsten Deals der Allianz in der jüngsten Zeit, neben dem Kauf eines Bürokomplexes in Frankfurt oder eines Shoppingcenters in Rom. Solvente Mieter, langfristige Mietverträge: Das passt ideal zum Geschäftsmodell. Zweitklassige Immobilien sortieren die Fachleute der Allianz aus.

Die meisten anderen Branchengrößen wollen auf den Zug aufspringen. Talanx-Finanzchef Immo Querner hält einen „Anstieg der Immobilienquote auf vier bis fünf Prozent in den nächsten Jahren“ für möglich. Noch sind es weniger als drei Prozent. Sie seien zurzeit grundsätzlich offen dafür, ausgewählte Objekte in guten Lagen und attraktiven Mietverhältnissen zu kaufen, sagt Querner.

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