Devisengeschäfte gestoppt
Französische Banken verlieren immer mehr Vertrauen

Französische Banken geraten immer stärker unter Druck. Wegen ihres starken Engagements in griechischen Bonds stoppt China Devisengeschäfte mit ihnen. Und auch Siemens zieht offenbar drastische Konsequenzen.
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Paris/DüsseldorfDie Schreckensmeldung kam am vergangenen Mittwoch: Die Ratingagentur Moody's stufte die Bonität der französischen Großbanken Société Générale (SocGen) und Crédit Agricole (CA) herab. Das hatte sich zwar schon angedeutet hatte. Dennoch sackten die bereits stark gebeutelten Aktien der Institute ab.

Jetzt geht es weiter mit den Schreckensmeldungen, auch wenn es bisher nur Indizien, Gerüchte und Medienberichte sein. So hat laut der Nachrichtenagentur Reuters eine große chinesische Staatsbank bestimmte Devisengeschäfte mit mehreren europäischen Geldhäusern gestoppt. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, es handele sich unter anderem um die französischen Banken Societe Generale, Credit Agricole und BNP Paribas.

Grund sei die Schuldenkrise in Europa. Ferner betroffen sei die Schweizer Großbank UBS wegen ihres milliardenschweren Handelsskandals. Gestoppt worden seien alle Devisenswap- und Devisentermingeschäfte.

Zudem gibt es laut Medienberichten einen weiteren Fall, der darauf hindeutet, dass die Privatwirtschaft das Vertrauen in französische Banken immer mehr verliert: Siemens soll vor rund zwei Wochen zwei Wochen mehr als 500 Millionen Euro an Barmitteln von einer französischen Großbank abgehoben haben. Das berichtete die  "Financial Times" und beruft sich auf informierte Kreise. Das Geld soll demnach nun bei der der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen. Um welche Bank es sich genau handele, ist noch nicht bekannt – es soll aber nicht die BNP Paribas sein.

Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet davon: Im Juli, vor der Veröffentlichung der Stresstestergebnisse, seien Einlagen in unbekannter Höhe verschoben worden. Grund für den Abzug des Geldes sei die Entwicklung der Anlage gewesen, nicht der Zustand der französischen Banken.

Ziel sei es gewesen, für das Geld einen sicheren Hafen zu finden. Hintergrund seien zum einen Sorgen um die künftige finanzielle Gesundheit der französischen Bank und zum anderen Anlagevorteile durch höhere Zinszahlungen der EZB, hieß es unter Berufung auf eine Person, die unmittelbar mit der Angelegenheit vertraut sei.

Der Vorgang habe bereits vor zwei Wochen stattgefunden. Insgesamt habe Siemens bei der EZB zwischen vier und sechs Milliarden Euro geparkt, größtenteils in Form von Einlagen, die über eine Woche laufen.

Siemens darf Geld bei der EZB parken, weil der Konzern inzwischen eine eigene Banklizenz hat. Genauso diese Möglichkeit war eines der Motive für die Gründung der Bank von Siemens - wenn auch nicht das zentrale. Der Konzern verfügte zuletzt über eine Nettoliquidität von mehr als 13 Milliarden Euro.

Siemens äußerste sich am Dienstagmorgen zu den Gerüchten mit den Worten, dass der Bericht "faktisch nicht korrekt" sei. Allerdings verzichtete der Konzern auf eine genauere Äußerung.

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  • Mir war gar nicht bewusst, dass Siemens ne eigene Banklizenz hat. Das wirft gleich Fragen auf: kann sich Siemens so eigentlich direkt über die EZB finanzieren? Und was ist mit Kreditschöpfung? Wenn das alles für Siemens jetzt möglich ist, dann muss man hier doch als Anleger einsteigen. Der Konzern hat so doch einen Mega Wettbewerbsvorteil. Oder sehe ich das falsch?

  • Aber wenn die Banken die Anleihen halten,diese bedient werden und es zu keinem Zahlungsausfall kommt.Was dann?

  • Das muss dann aber schon eine richtige Kriegserklärung sein. Dies werden die europäischen Freunde Amerikas zu verhindern wissen ...

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