Devisenskandal in den USA Deutsche Bank könnte glimpflich davonkommen

Die US-Notenbank Fed hat ihre Untersuchung über Tricksereien der Deutschen Bank am Devisenmarkt abgeschlossen. Die Bank muss eine relativ moderate Strafe bezahlen, dafür drohen keine Strafen anderer Behörden mehr.
Update: 21.04.2017 - 12:25 Uhr 1 Kommentar
Die Deutsche Bank zahlt wieder: Abermals wird das Geldinstitut für Fehlverhalten bei Finanzgeschäften bestraft. Quelle: Reuters
Deutsche Bank

Die Deutsche Bank zahlt wieder: Abermals wird das Geldinstitut für Fehlverhalten bei Finanzgeschäften bestraft.

(Foto: Reuters)

Washington/FrankfurtDie Deutsche Bank muss für Manipulationen auf dem billionenschweren Devisenmarkt deutlich weniger Strafe zahlen als befürchtet. Die US-Notenbank Fed verhängte eine Buße von 156,6 Millionen Dollar, wie sie in der Nacht zum Freitag mitteilte. Vier Jahre lang untersuchte die Behörde das Geschäftsgebaren der Frankfurter im Devisenhandel. Im Raum stand der Vorwurf unlauterer Absprachen zulasten der Kunden. Das Ergebnis: Die internen Kontrollen waren mangelhaft. Demnach war es Mitarbeitern der Bank möglich, sich in Chatrooms mit Händlern anderer Häuser über Transaktionen auszutauschen.

Deutschlands größtes Geldhaus gelobte Besserung und erklärte: "Wir begrüßen es, dass wir diese zivilrechtlichen Angelegenheiten mit der US-Notenbank Federal Reserve beilegen konnten." Einen Rüffel der Fed gab es auch dafür, dass die internen Kontrollen bei der Deutschen Bank noch nicht ausreichen, um sicherzustellen, dass die Händler nicht mehr auf eigene Rechnung zocken. Der sogenannte Eigenhandel ist Investmentbanken seit der Finanzkrise weitgehend verboten ("Volcker Rule").

Die Untersuchung zu Verstößen am Devisenmarkt zählte lange Zeit - neben dem Geldwäsche-Skandal in Russland, den Hypothekentricksereien in den USA und möglichen Sanktionsverstößen bei früheren Iran-Geschäften - zu den größten Altlasten der Deutschen Bank. Finanzkreisen zufolge war hier intern durchaus eine Milliardenstrafe eingepreist, schließlich ist die Deutsche Bank einer der größten Devisenhändler der Welt. Aber bislang gingen die Untersuchungen der Behörden glimpflich aus: Das US-Justizministerium, die US-Derivateaufsicht CFTC sowie die britische Finanzaufsicht FCA schlossen ihre Ermittlungen in der Sache ohne eine Strafforderung an die Frankfurter ab, während andere internationale Großbanken Milliarden zahlen mussten.

Eine offene Flanke hat die Deutsche Bank im Devisenskandal allerdings noch: Die New Yorker Finanzaufsicht DFS untersucht nach wie vor, ob das elektronische Devisenhandelssystem der Bank für Manipulationen genutzt wurde. Hier geht es um Algorithmen der Plattform "Autobahn", wie ein Insider berichtete. Die Bank wollte sich zum Stand der DFS-Ermittlungen nicht äußern.

So viel mussten Banken für ihre Fehler hinblättern
Deutsche Bank – 202 Millionen Dollar
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Mai 2012: Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Deutsche Bank – 725 Millionen Euro
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Dezember 2013: Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Rabobank – 774 Millionen Euro
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Oktober 2013: Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

Britische Banken – 1,3 Milliarden Pfund
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August 2013: Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

Commerzbank – 1,45 Milliarden Dollar
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März 2015: Die Commerzbank muss wegen des Streits mit US-Behörden um Sanktionsverstöße und Geldwäsche-Vorwürfe tief in die Tasche greifen. Im Rahmen eines lang erwarteten Vergleichs zahle das zweitgrößte deutsche Geldhaus 1,45 Milliarden Dollar. Die USA warfen der Commerzbank vor, gegen Wirtschafts-Sanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben.

UBS – 1,5 Milliarden Dollar
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Dezember 2012: Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilte, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an amerikanische, britische und Schweizer Behörden.

Deutsche Bank – 2,5 Milliarden Dollar
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April 2015: Die Deutsche Bank muss im Libor-Skandal eine Strafzahlung in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar (2,33 Milliarden Euro) in Großbritannien zahlen.

Die übrigen großen Altlasten sind überwiegend beigelegt. Im US-Hypothekenskandal handelte die Deutsche Bank zu Jahresbeginn einen gut sieben Milliarden Dollar schweren Vergleich aus. Im Russland-Fall gab es ebenfalls im Januar mit Aufsehern in den USA und Großbritannien einen wichtigen Teilvergleich über zusammen knapp 600 Millionen Euro. Hier ermittelt aber noch das US-Justizministerium. Komplett offen ist dagegen noch der Streit um Sanktionsverstöße. Einen neuen Wasserstand zu ihren Rechtsstreitigkeiten könnte die Deutsche Bank am kommenden Donnerstag geben, wenn die Zahlen für das erste Quartal erwartet werden.

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1 Kommentar zu "Devisenskandal in den USA: Deutsche Bank könnte glimpflich davonkommen"

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  • Ich will ja die diversen Praktiken der Deutschen Bank gar nicht verteidigen, aber allmählich wird es lächerlich: "die Nutzung von Chaträumen zum Austausch vertraulicher Marktinformationen mit Rivalen nicht untersagt zu haben." Demnächst kommt noch der Vorwurf, die Toiletten wären nicht abhörsicher gewesen. Die Amis betreiben knallhart Wirtschaftskrieg gegen uns und holen sich unseren Exportüberschuss wenigstens teilweise über horrende Strafen gegen deutsche Firmen zurück.

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