Die fetten Zeiten im Investment-Banking sind vorbei: Die Deutsche Bank und der Speck

Die fetten Zeiten im Investment-Banking sind vorbei
Die Deutsche Bank und der Speck

Die persönlichen Sachen aus dem Rollcontainer unter dem Schreibtisch sind in ein paar Minuten ausgeräumt. Das Gespräch mit dem Chef dauert kaum länger, dann noch den Firmenausweis und das Handy dem Mann vom Sicherheitsdienst in die Hand gedrückt. Vorbei an den Kollegen, oder besser Ex-Kollegen, ein paar aufmunternde Worte. Das war’s.

HB FRANKFURT. Kündigungen im Investment-Banking gehen schnell. In kaum einer Stunde steht man draußen vor der Tür, buchstäblich auf der Straße, ohne Sentimentalitäten. Die Karriere bei der Deutschen Bank in London ist beendet. So sieht die brachiale Methode aus, manchmal läuft das Projekt Personalabbau beim mächtigsten deutschen Geldhaus aber auch subtiler ab. „Wenn der Bonus plötzlich nur noch halb so hoch ausfällt wie im Vorjahr, weiß man, dass man sich besser einen neuen Job sucht“, erzählt ein Banker.

Szenen wie diese spielen sich zur Zeit tagtäglich im weltumspannenden Netz der Deutschen Bank ab. Die Frankfurter haben eine neue Entlassungsrunde losgetreten, und dieses Mal trifft die Sparwut auch die hoch bezahlten Finanzprofis in den Börsenmetropolen mit voller Wucht. Die Menschen, die im Reich von Anshu Jain und Michael Cohrs arbeiten. Seit September sind sie die alleinigen Herren über den Bereich Corporate and Investment-Banking, in dem fast die Hälfte der 65 000 Deutsch-Banker arbeitet.

Bisher haben beide vor allem aufgebaut. Mit einer großen Portion Ehrgeiz hat Jain den Handel mit Anleihen und Zinsprodukten zu einem Juwel entwickelt, das regelmäßig den höchsten Gewinn der Bank abwirft. Cohrs führte die Bank im klassischen Investment-Banking mit den Königsdisziplinen Fusionsberatung und Börsengänge in die Weltliga.

Jetzt muss das Duo sparen. Wie viele Stellen genau gestrichen werden, wird Vorstand Josef Ackermann am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz verkünden. Es geht um 4 000 bis 6 000 Jobs, davon bis zu 3 000 im Investmentbanking. Obwohl viele Investmentbanken zuletzt gut verdient haben, wird auch anderswo kräftig gestrichen: Im Dezember hat die Dresdner angekündigt, 240 Stellen zu streichen. Bei der Commerzbank müssen 400 Mitarbeiter gehen. Aber nirgends sind die Einschnitte so tief wie bei der Deutschen.

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