Die Großen der Branche haben wenig Angst vor steigenden Zinsen: Versicherer kaufen konservative Aktien

Die Großen der Branche haben wenig Angst vor steigenden Zinsen
Versicherer kaufen konservative Aktien

Die großen deutschen Versicherer erhöhen vorsichtig ihre Aktienquoten, setzen dabei aber vor allem auf konservative Titel.

DÜSSELDORF. Maximilian Zimmerer etwa, der Finanzvorstand der Allianz Lebensversicherung, sieht die Entwicklung der Kapitalmärkte verhalten optimistisch. Die unbesicherte Aktienquote liegt bei seinen Anlagen – im Gesamtwert von mehr als 100 Mrd. € – je nach Marktschwankungen zwischen 12 % und 13 %, dazu kommt ein marginaler besicherter Aktienanteil. Er hat sie in den vergangenen Monaten aktiv etwas erhöht, außerdem wuchs sie durch die Erholung der Börsen. Wenn die Konjunktur stabil bleibt, möchte er noch mehr zukaufen.

Zimmerer setzt auf Werte mit niedrigen Bewertungen, zum Beispiel aus den Branchen Öl und Pharma. Zu Tech-Werten lautet hingegen sein Kommentar: „Deren Kurs-Gewinn-Verhältnisse kann ich teilweise nicht mehr nachvollziehen.“ Telekomaktien findet er wegen ihrer niedrigen Bewertung und der hohen Cash-Flows ebenfalls interessant. Neue Übernahmen in dieser Branche würde er allerdings negativ einschätzen. „Ich mag die nur als Value-Werte“, sagt er – also solange sie ihr konservatives Profil behalten.

Zimmerer fürchtet keine großen Zinserhöhungen am Rentenmarkt, ein halber Prozentpunkt sei aber durchaus realistisch. Er hat vor kurzem die Restlaufzeit seiner Anlagen leicht erhöht. „Wir haben da einen kleinen Zinsgipfel mitgenommen“, erläutert er. Die Restlaufzeit liegt jetzt bei 5,0 Jahren. Sollten die Zinsen noch etwa einen halben Prozentpunkt steigen, so würde Zimmerer die Laufzeit um etwa 0,2 bis 0,3 Jahre erhöhen. Unternehmensanleihen machen rund 8 % seines Gesamtdepots aus. Er hält diese Papiere grundsätzlich für aussichtsreich. Allerdings ist für seinen Geschmack der Renditeaufschlag gegenüber risikoärmeren Staatsanleihen inzwischen zu klein, deswegen möchte er zurzeit nicht zukaufen.

Franz-Wilhelm Hopp, Finanzvorstand des Ergo-Konzerns mit insgesamt rund 90 Mrd. € Kapitalanlagen, hat die Aktienquote ebenfalls aktiv leicht erhöht. Sie liegt zurzeit zwischen 11 % und 12 %, unbesichert sind es allerdings weniger als 5 %. Bei den einzelnen Konzerngesellschaften gibt es große Unterschiede – abhängig vom jeweiligen Stand der finanziellen Reserven. In der Spitze erreicht sie fast 17 % – Beispiele sind die Victoria Versicherung und die Hamburg-Mannheimer Versicherung (also jeweils die Sachversicherer). Die Victoria Leben, deren Reserven arg gelitten haben, liegt bei 10 %, die vollständig abgesichert sind. Hopp legt Wert auf „ein ordentliches Kurs-Gewinn-Verhältnis“ und freut sich über eine gute Dividendenrendite.

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