Die Köpfe hinter den Deals: Olav zu Ermgassen macht nach der Übernahme des Konkurrenten Mast Global den großen Banken Konkurrenz Veteran des M&A-Geschäftes bricht zu neuen Ufern auf

Der Kontrast könnte kaum größer sein: Von einem nüchternen Bau im Herzen der Londoner City ist die M&A-Beratung Ermgassen & Co in das Michelin-Haus gezogen, ein verspieltes architektonisches Kleinod im modischen Stadtteil Chelsea gezogen. Der Umzug zeigt bildlich einen tiefen Einschnitt in der 17-jährigen Geschichte des Unternehmens.
  • Dirk Hinrich Heilmann (Handelsblatt)

HB LONDON. Firmengründer Olav zu Ermgassen hat den Konkurrenten Mast Global Ltd. von der Monitor Group übernommen und sich zugleich an das internationale Netzwerk der Unternehmensberatung angeschlossen. Trotzdem ist er sein eigener Herr geblieben. „Wir passen menschlich einfach sehr gut zusammen und die Monitor Group hat ungewöhnlich viele herausragende Leute in ihren Reihen“, sagt er.

Bei der Fusion hat Ermgassen die 1977 gegründete Mast Global per Aktientausch gekauft. Dadurch wurde der Alteigentümer Monitor Group Minderheitseigner von Ermgassen. Regional ergänzen sich die neuen Partner gut. Mast Global hat ein Standbein in den USA und arbeitet erfolgreich in Südeuropa. Ermgassen ist traditionell bei grenzüberschreitenden Transaktionen mit deutschen Firmen gut vertreten, hat ein Büro in Peking und eine exklusive Kooperation mit Mitsubishi Tokyo Financial, der größten japanischen Bank. Ermgassen & Co bietet nun mehr als 30 Berater auf, die 200 Fusionen und Übernahmen begleitet haben. Neue Geschäfte sollen auch über die Monitor Group hereinkommen, die in 29 Niederlassungen mehr als 900 Berater beschäftigt. Zudem plant Monitor die Übernahme des größeren Konkurrenten A.T. Kearney, was sie in die Consulting-Elite bringen würde.

„Jetzt macht es wieder so richtig Spaß“, sagt Ermgassen. Ans Aufhören denkt er nicht. Der Mann mit dem britisch-hanseatischen Auftreten kam 1946 in einer Kurklinik in Bad Bramstedt nahe Hamburg zur Welt und lebt mit seiner dänischen Frau und sechs Kindern seit vielen Jahren in London. Doch hinter Gentleman-Manieren, gespickt mit Humor, verbergen sich Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen.

Das brauchte er in den vielen Stationen seiner Karriere, die 1977 bei J.P. Morgan in New York begann. Ermgassen war bereits Jurist, hatte nebenbei Japanologie studiert und einen MBA an der Pariser Elitehochschule Insead erworben. Bald wechselte er nach London, wo er unter anderem die Finanzierung von Ölprojekten in der Nordsee und das Geschäft mit Swap-Produkten betrieb. Es folgte eine Station in Tokio, bevor ihn 1986 Morgan Stanley abwarb. Für das US-Institut baute er das Investment–Banking im deutschsprachigen Raum auf.

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