Die Schrumpfkur ist beendet - Der Konzern geht vorsichtig auf Wachstumskurs Münchener Rück: Zurück zur alten Stärke

Die Münchener Rückversicherung hat das beste Ergebnis ihrer 125-jährigen Geschichte erzielt. Auch für 2005 nimmt sich Konzernchef Nikolaus von Bomhard viel vor: Das Ergebnis des weltweit größten Rückversicherers soll weiter steigen.

rl MÜNCHEN. Das 125-jährige Firmenjubiläum spornt den Chef der Münchener Rück kräftig an: Nach dem Rekordergebnis im Vorjahr erwartet Nikolaus von Bomhard im laufenden Jahr nochmals eine Gewinnsteigerung. Sein Ziel liegt bei 2,4 Mrd. Euro nach Steuern, was einem Plus von rund 30 Prozent und einem Renditeziel von zwölf Prozent entsprechen würde. Die Erhöhung der Dividende (Tabelle) sei Ausdruck der nachhaltigen Verbesserung. „Wir fühlen uns dem Erbe verpflichtet“, sagte von Bomhard anlässlich der Bilanzvorstellung gestern in München. Trotz vorsichtigen Wachstums will er an der Maxime „Ertrag vor Wachstum“ festhalten.

Der größte Rückversicherer der Welt hat 2004 den Turnaround geschafft und ist in allen Segmenten wieder profitabel. Die im Zuge der allgemeinen Kapitalmarktkrise und einer Häufung von Großschäden durchlaufene Schrumpfkur der Münchener ist damit beendet. Von Bomhard läutete auf der Pressekonferenz einen „vorsichtigen Wachstumskurs“ auf 38,5 Mrd. Euro Beitragsvolumen ein. Dabei sieht er den hoch profitablen Rückversicherungsbereich noch leicht zurückgehen, aber das Erstversicherungsgeschäft wachsen.

Im Kerngeschäft Rückversicherung profitiert der Marktführer noch von überwiegend hohen Preisen. In Einzelsegmenten zeichnen sich allerdings schon Aufweichungstendenzen ab. Deshalb will von Bomhard eher auf Geschäft verzichten als unprofitabel zu wachsen. Doch er weiß genau: „Die Zitrone lässt sich nicht ständig weiter ausquetschen.“ Deshalb gehöre Wachstum wieder dazu. Eine klare Strategie vermochte er noch nicht zu nennen, lediglich einige Projekte als „Speerspitzen“, wie die Nutzung von Synergien im Konzern hin zu einer ganzheitlichen Risikobetrachtung – egal ob Erst- oder Rückversicherung. „Mit diesem Wettbewerbsvorteil wollen wir profitabel wachsen“, sagte von Bomhard.

Das Endkunden- oder Erstversicherungsgeschäft macht knapp die Hälfte des Konzernumsatzes aus. Das Gros davon ist unter dem Dach der Ergo gebündelt, zu der die Marken Victoria, Hamburg-Mannheimer, Karstadt-Quelle, Neckermann, DKV und DAS gehören. Außerhalb von Ergo kommen noch die Karlsruher und die Europäische Reiseversicherung dazu. Insgesamt erwartet Ergo-Chef Lothar Meyer dieses Jahr ein Umsatzplus von 3,7 Prozent auf 16,1 Mrd. Euro Beitragseinnahmen. Das dürfte in erster Linie von der Krankenversicherung kommen, die annähernd zweistellig wachse, sagte Meyer. Ergo hat in den vergangenen Jahren herbe Einbußen hinnehmen müssen. In diesem Jahr dürfte die Zwischenholding jedoch einen kräftigen Ergebnisbeitrag abliefern: Meyer peilt zwischen zehn und zwölf Prozent des Eigenkapitals an.

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