Die Schweizer schließen weitere Übernahmen im Private Banking nicht aus: UBS greift deutsche Platzhirsche an

Die Schweizer schließen weitere Übernahmen im Private Banking nicht aus
UBS greift deutsche Platzhirsche an

Der Expansionsdurst der schweizerischen Großbank UBS in Deutschland ist auch nach den jüngsten Übernahmen nicht gestillt. Dabei stehe zwar das Wachstum aus eigener Kraft im Vordergrund. „Aber wir schließen auch weitere Akquisitionen nicht aus“, sagte Jürg Zeltner, Chef des deutschen Privatkundengeschäfts, dem Handelsblatt.

FRANKFURT/M. Bedingung sei, dass die Übernahmen zur Strategie und Kultur des Gesamtkonzerns passten und nicht zu teuer seien.

Seit Ende November vorigen Jahres hat die UBS gleich drei passende Ziele gefunden. Zunächst erwarb die Bank den Vermögensverwalter Sauerborn, dann das Vermögensverwaltungsgeschäft der Dresdner Bank Lateinamerika und schließlich 51 Prozent des Immobilienfonds-Geschäfts der Siemens AG. Nach Abschluss der Transaktionen verwalten die Schweizer hier zu Lande rund 27 Mrd. Euro. Rund 20 Mrd. Euro stammen aus dem klassischen Private Banking, also von wohlhabenden Privatkunden mit einem Vermögen von rund 500 000 Euro aufwärts. Der Rest geht auf das Konto von institutionellen Investoren wie Versicherungen und Pensionsfonds.

Mit den drei Übernahmen haben sich die Schweizer endgültig als einer der führenden Anbieter im Private Banking etabliert. In Deutschland ist die UBS in etwa so groß wie die Commerzbank. Größer sind nach Meinung von Branchenkennern nur noch Deutsche Bank, Sal. Oppenheim und Dresdner Bank. Der Markt ist sehr unübersichtlich, weil die deutschen Banken und Sparkassen nur selten aufschlüsseln, welche Mittel sie im Geschäft mit den Reichen bewegen. Allerdings gilt diese Sparte des Bankgeschäfts wegen hoher Margen als äußerst lukrativ. Außer UBS drängen daher auch andere ausländische Institute auf den deutschen Markt. Dazu zählt neben dem schweizerischen Lokalrivalen Credit Suisse vor allem die holländische Großbank ABN Amro, die mit Delbrück und Bethman Maffei bereits zwei deutsche Institute übernommen hat.

UBS ist seit der Übernahme von Schröder Münchmeyer Hengst im Jahr 1997 in Deutschland aktiv. 2001 starteten die Schweizer dann eine groß angelegte Wachstumsinitiative, die auch auf Italien, Frankreich, Großbritannien und Spanien abzielt. Den Aufbau des Auslandsnetzes lässt sich der Konzern einiges kosten. „In Deutschland haben wir jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag für organisches Wachstum investiert“, nennt Zeltner erstmals Zahlen. Das Geld floss vor allem in neue IT-Strukturen, den Aufbau weiterer Standorte und die Einstellung neuer Mitarbeiter.

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