Die Werbung der Sparkassen
Nur noch „das mit den Fähnchen”

Die Sparkassen basteln an einer neuen Markenkommunikation: Wohlfühlen, Sicherheit und Vertrauen für die Kunden soll die Strategie kommunizieren. Werbung für einzelne Finanzprodukte ist dabei tabu.
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FrankfurtWenn’s um Geld geht – Sparkasse. Mit diesem Slogan werben die deutschen Sparkassen seit 1963. Zwar wurde Anfang des Jahres darüber diskutiert, ob der bekannte Werbespruch abgelöst werden soll. Doch die meisten in der Sparkassenwelt wollen beim Alten und Bewährten bleiben.

Ändern wird sich dafür einiges bei der Werbung der in rot getünchten Geldhäuser. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bastelt an einer neuen Markenkommunikation. Er will ab 2016 auf Produktwerbung verzichten, wie das Fachmagazin „Werben & Verkaufen“ berichtete. Stattdessen konzentriert sich die Spitzenorganisation künftig auf Imagewerbung.

Also nix mehr mit Joko und Klaas – die beiden Komiker hatten vor einigen Jahren aufwendig für Girokonten der Sparkassen geworben. Dafür mehr Werbung für den Bauch. Die Kunden sollen emotional angesprochen werden. Imagewerbung soll grundsätzlich ein Gefühl vermitteln – Vertrauen oder Sicherheit beispielsweise.

„Sparkassen genießen unverändert ein sehr hohes Kundenvertrauen. Schaut man aber auf die Zufriedenheit der Kunden mit ihrer Hausbank, stellt man aber fest, dass die Werte sinken. Das muss sich ändern“, sagte DSGV-Marketingleiterin Silke Lehm dem Handelsblatt. Das Ziel sei eine höhere Kundenzufriedenheit, die die Sparkassen ebenso messen wie die Bereitschaft ihrer Kunden, sie weiterzuempfehlen.

Die Sparkassen wollen auch das Potenzial ihrer Marke besser ausschöpfen. Dass hier noch Luft nach oben ist, hatte der Markenberater Meta Design kürzlich festgestellt. „Die Untersuchung von Meta Design hat uns Stärken, aber auch Schwächen der Marke aufgezeigt. Sparkassen sind physisch nah sowie erlebbar. Aufholen müssen wir bei der menschlichen Nähe und der Wahrnehmung der Modernität“, erklärte Lehm.

Details der neuen Kampagne verraten die Sparkassen noch nicht. Bekannt ist, dass sie im vergangenen Jahr insgesamt 128 Millionen Euro für ihre Werbung ausgegeben haben, 2015 dürfte es ähnlich viel sein.

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  • Da kann die Sparkasse noch so sehr auf Emotion gehen, ein nicht existierender Verbund und immer weniger Service werden mich nie mehr zu dem Verein bringen. Beispiele: wenn ich in der Starnberger Sparkasse ein Sparbuch hatte, konnte ich nicht im 20 km entfernten München (Stadtsparkasse München) darauf zugreifen bzw. verfügen. Einzahlungsautomaten in Ismaning wurden abgeschafft; Bareinzahlungen sind nun nur noch in irgendwelchen wild-fremden Filialen zig Kilometer entfernt möglich. Daneben Gebühren für jeden Handgriff; auch für Dinge die sogar private Filialkonkurrenz kostenlos anbietet. Sparkasse - nein danke.

  • Wenn ich mir die Machenschaften und kriminellen Aktivitäten der Groß- und Investmentbanken so ansehe, fühle ich mich bei meiner manchmal vielleicht auch "langweiligen" Sparkasse dennoch bestens aufgehoben.

    Denn da "weiß man, was man hat"!

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