Diskriminierung
Bankerin verklagt die Deutsche Bank

Der Vorwurf wiegt schwer: Die Deutsche Bank soll männliche Mitarbeiter bevorzugen. Das erklärt eine ehemalige Mitarbeiterin aus London, die jetzt bei der Konkurrenz angeheuert hat.
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Eine frühere Bankerin der Deutsche Bank AG, die mittlerweile für den Konkurrenten Commerzbank tätig ist, hat ihren früheren Arbeitgeber in London wegen Geschlechterdiskriminierung verklagt. Sie wirft Deutschlands größter Bank vor, männliche Kollegen schneller befördert zu haben. Zudem hätten sie für die gleiche Arbeit einen bis zu dreimal so hohen Bonus eingestrichen.

Latifa Bouabdillah, die den Rang eines Vice President und Director in der Sparte Equity-Structuring innehatte, hat “die gleiche Arbeit ausgeführt wie andere, die um sie herum befördert wurden”, erklärte ihr Anwalt, Michael Duggan, bei einer ersten Anhörung am Mittwoch. Diese Kollegen “erhielten einen zwei- bis dreimal so hohen Bonus wie die Klägerin”.

Welche Summe Bouabdillah fordert, soll erst im Rahmen des Prozesses bekannt gegeben werden, der noch für dieses Jahr angesetzt ist. Bei Diskriminierungs-Fällen in Großbritannien gibt es keine Grenze für Schadenersatzforderungen.

Bruce Carr, der die Deutsche Bank als Anwalt vertritt, erklärte, dass sich Bouabdillah mit einigen Bankern vergleiche, die über andere Berufsbezeichnungen und mehr Verantwortung verfügten.

Ein Versuch der Deutschen Bank, Bouabdillah daran zu hindern, Vergleichsvergütungen anderer Mitarbeiter im Prozess zu nutzen, war vom Gericht zurückgewiesen worden. Richter Andrew Glennie entschied am Mittwoch, dass die Bankerin zum Vergleich andere Deutsche-Bank-Mitarbeiter hinzuziehen kann. Allerdings sollen Banker, deren Boni vertraglich garantiert waren, außen vor gelassen werden. Er wies den Antrag zurück, Bouabdillah dafür zahlen zu lassen, dass Informationen über die Vergütung in ihrer früheren Abteilung bekannt gegeben werden.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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