Dividende gestrichen
Société Générale schröpft Aktionäre

Es kam schlimm, aber es hätte noch schlimmer kommen können: Die Société Générale wurde von der Griechenland-Krise hart getroffen. Doch die Abschreibungen waren nicht so hoch wie erwartet. Die Aktionäre leiden dennoch.
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ParisDie Schuldenkrise Griechenlands hat Frankreichs zweitgrößter Bank Société Générale einen überraschend starken Gewinneinbruch eingebrockt. Im vergangenen Quartal rutschte der Gewinn unter anderem wegen Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen um mehr als 30 Prozent auf 622 Millionen Euro ab, wie das Geldhaus am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt 858 Millionen erwartet.

Die Société Générale (SocGen) hat sich ein Beispiel an BNP Paribas genommen und griechische Staatsanleihen wie der Branchenführer in der vergangenen Woche auf 40 Prozent des  Nominalwerts abgeschrieben. Für das dritte Quartal bedeutete das konkret Abschreibungen in Höhe von 239 Millionen Euro. Insgesamt beziffert die Bank ihr Risiko in den besonders von der Schuldenkrise bedrohten Ländern Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien Ende Oktober auf 3,4 Milliarden Euro.

Das Risiko von SocGen in den fünf Schuldenländern

Irland0,30 Milliarden Euro
Portugal0,21 Milliarden Euro
Griechenland0,66 Milliarden Euro
Italien1,57 Milliarden Euro
Spanien0,68 Millarden Euro.

Frankreichs zweitgrößtes Geldhaus hat sich vom 1. Juli bis 1. November von Aktiva in Höhe von zehn Milliarden Euro in der Sparte Investment-Banking getrennt. Damit sind nach seinen Angaben mehr als zwei Drittel der angekündigten Reduzierung umgesetzt. Bereits zuvor hatte SocGen angekündigt, die Kosten im Investment-Banking um fünf Prozent zu senken.

Zusätzlich plant die Bank eine Verkleinerung ihrer Belegschaft, die Oudéa am Dienstag auch auf Nachfrage nicht näher konkretisierte. Den Liquiditätsbedarf hat sie seit Ende Juni um 40 Milliarden Euro gesenkt.

Nach Lesart von SocGen zeigt das deutlich positive Nettoergebnis „die Schlagfestigkeit“ ihres Universalbankmodells. Die Beurteilung durch die Ratingagentur Moody’s war Mitte September deutlich schlechter ausgefallen: Sie stufte die Bonität von SocGen um eine Stufe auf Aa3 herab, eine immer noch gute Kreditwürdigkeit. Zusätzlich ist der Ausblick negativ.

Bei einem angeblichen Geheimtreffen im Finanzministerium soll am 11. September eine „softe Verstaatlichung“ von Frankreichs zweitgrößter Bank zur Diskussion gestanden haben. Deren Chef Oudéa hätte eine Milliarden-Kapitalspritze akzeptiert, wenn auch die anderen Institute sie in Anspruch genommen hätten. Doch die BNP verweigerte diesen Schritt.

Das Management kündigte an, die Dividende für 2011 zu streichen, um die Kapitalbasis der Bank zu stärken. Dazu sollen früheren Angaben zufolge auch Geschäftsverkäufe beitragen. Den eigenen Kapitalbedarf bezifferte Societe Generale nun auf 2,1 Milliarden Euro. Dieser solle aus eigenen Mitteln aufgebracht werden. Nach den Beschlüssen der Euro-Krisengipfel hatte die französische Zentralbank den Kapitalbedarf der SocGen noch auf 3,3 Milliarden Euro beziffert.

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