Dividende soll erhöht werden: Depfa enttäuscht mit Gewinnausblick

Dividende soll erhöht werden
Depfa enttäuscht mit Gewinnausblick

Der Staatsfinanzierer Depfa hat im vergangenen Jahr den Überschuss deutlich gesteigert und dabei sowohl die eigene als auch die Analystenprognose übertroffen. Vom zurückhaltenden Gewinnausblick waren die Investoren an der Börse jedoch enttäuscht.

HB FRANKFURT. „Wir hatten stürmisches Wachstum. Das wird sich so nicht fortsetzen“, sagte Depfa-Chef Gerhard Bruckermann am Dienstag in Frankfurt. „Wenn wir noch einmal das gleiche Ergebnis schaffen, wäre das schon ein Erfolg.“ 2004 erhöhte sich der Nettogewinn um 32 % auf 490 Mill. €. Analysten hatten im Schnitt mit 485 Mill. € gerechnet.

Zusätzlich zu den 490 Mill. € hob die Bank, die ihren Sitz aus steuerlichen Gründen im irischen Dublin hat, stille Reserven in Höhe von netto 50 Mill. €, wodurch sich der Gewinn unter dem Strich auf 540 Mill. € erhöhte.

Die seit langem zum Verkauf stehende Refinanzierungstochter Pfandbriefbank trug - ohne die stillen Reserven - nach Steuern rund 100 Mill. € zum Ergebnis bei. Bruckermann wollte sich zum Stand der Verhandlungen nicht äußern. Allerdings hat die Depfa Bank in jüngster Zeit mehrere Voraussetzungen geschaffen, die den Verkauf erleichtern. Die gehobenen Reserven senken den Preis. Zudem wurden die Kleinaktionäre der Tochter abgefunden. Damit besitzt die Depfa nun 100 % der Anteile. Mit der Abfindung wurde auch ein Verzicht auf rechtliche Maßnahmen vereinbart. Die Depfa braucht ihre Tochter nicht mehr, weil sie sich nur noch über den irischen Pfandbrief refinanzieren will. Sie tut sich aber schwer, einen Käufer zu finden. Die Transaktion sollte eigentlich schon im Herbst 2004 abgeschlossen sein.

Analysten sprachen von einem guten Ergebnis, das allerdings durch Sondereffekte begünstigt wurde. „Im vierten Quartal wurden nicht nur die stillen Reserven gehoben, sondern es war auch vom Verkauf von Aktiva getrieben“, sagte ein Frankfurter Analyst. Londoner Händler bezeichneten den Ausblick als enttäuschend. Die Aktien der Depfa fielen um mehr als vier Prozent auf 12,25 €, nachdem sie bereits in den vergangenen Tagen nachgegeben hatten.

Die Dividende für das Geschäftsjahr 2004 soll auf 0,17 von 0,12 € je Aktie steigen. „In Zukunft haben wir auch Raum für größere Ausschüttungen“, bekräftigte Bruckermann. Bisher wurden nur etwas mehr als zehn Prozent der Gewinne an die Aktionäre weitergegeben, der Rest für den Aufbau von Eigenkapital verwendet, das mittlerweile bei 1,9 Mrd. € liegt.

Der wichtige Zinsüberschuss stieg 2004 um 15,4 % auf 427 Mill. €. Dies sei das „Ergebnis des gewachsenen Finanzierungsvolumens in Verbindung mit höheren Margen in verschiedenen Regionen“. Die Bank, die nur 430 Mitarbeiter hat und von der anhaltend hohen Verschuldung der öffentlichen Hand profitiert, zeichnete 2004 Neugeschäft von gut 70 Mrd. €. Für 2005 prognostizierte Bruckermann 50 bis 60 Mrd. €.

Die Expansion der Depfa - unter anderem auf den wichtigen US-Markt - schlug sich in höheren Kosten von 162 Mill. € nieder, einem Anstieg von fast 41 %. In den USA hat die Depfa mittlerweile ein Geschäftsvolumen von elf Mrd. € gezeichnet. Neue Büros wurden in Chicago und San Francisco eröffnet. Weitere sollen in Florida und Texas folgen.

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