Dividende verdoppelt: Commerzbank verdreifacht Gewinn

Dividende verdoppelt
Commerzbank verdreifacht Gewinn

2005 hat die Commerzbank ihre Durststrecke beendet und Boden zum Branchenprimus Deutsche Bank gut gemacht. Erstmals seit fünf Jahren wurde wieder einen Milliardengewinn eingefahren. Nun will das Institut die Ausschüttung an seine Aktionäre verdoppeln.

HB FRANKFURT. Der Überschuss habe sich im vergangenen Jahr mit rund 1,17 Mrd. Euro mehr als verdreifacht, teilte die Commerzbank am Dienstag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung mit. Damit traf das zweitgrößte börsennotierte Kreditinstitut Deutschlands die Erwartungen von Analysten punktgenau. Im Schlussquartal stand ein Nettogewinn von 333 (Vorjahreszeitraum: 92) Mill. Euro zu Buche. Weitere Details sollen am Mittwoch veröffentlicht werden.

Die über Jahre mit hohen Verlusten kämpfende Commerzbank kam erstmals seit langem wieder auf eine Rendite, die sie selbst als auskömmlich betrachtet. Die Kennziffer für die Profitabilität lag 2005 bei 12,4 Prozent - allerdings inklusive hoher Erlöse aus Beteiligungsverkäufen. Analysten zufolge geht ungefähr ein Drittel des Gewinns auf einmalige Beteiligungsverkäufe zurück. Vorstandschef Klaus-Peter Müller hatte bereits bekannt gegeben, dass die Bank die ohne Sondereffekte angestrebte Nettorendite von mindestens acht Prozent erreicht habe. Die Deutsche Bank als einziges international wirklich konkurrenzfähiges Kreditinstitut verdiente 2005 unter dem Strich 3,8 Mrd. Euro. Dabei kam sie auf eine um Sondereffekte bereinigte Nachsteuerrendite von gut 17 Prozent.

Den Aktionären will die Commerzbank, die zuletzt durch die Übernahme der Hypothekenbank Eurohypo deutlich größer geworden ist, für 2005 eine verdoppelte Dividende von 0,50 Euro je Anteilsschein zahlen. Mit der 4,5 Mrd. Euro teuren Akquisition des größten deutschen Immobilienfinanzierers sollen Gewinn und Rendite auch in Zukunft weiter steigen.

Kursverluste wegen Gewinnmitnahmen

Trotz der erwartet guten Zahlen fielen Commerzbank-Aktien im Handelsverlauf um mehr als ein Prozent auf gut 29 Euro. Analysten und Fondsmanager erklärten die Kursverluste mit Gewinnmitnahmen. Vor einem Jahr hatten die Titel noch weniger als 17 Euro gekostet. „Es gibt aus Aktionärssicht keinen Grund, mit den Zahlen unzufrieden zu sein“, sagte Nordinvest-Fondsmanager Boris Böhm. „Der Kurs ist zuletzt gestiegen, und das ist ein typischer Reflex des Marktes, dass die Leute bei guten Nachrichten auch mal verkaufen.“

Die Commerzbank hatte im vergangenen Jahr größere Anteile an der italienischen Banca Intesa, der brasilianischen Unibanco sowie dem deutschen Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN abgestoßen. Auch 2006 könnten Sondererlöse das Ergebnis wieder begünstigen: Erwogen wird ein Verkauf der 14,6-prozentigen Beteiligung an der Korea Exchange Bank (KEB). Medienberichten zufolge erwartet die Commerzbank dabei einen Buchgewinn von über 400 Mill. Euro. Die Koreaner stehen vor einem Eigentümerwechsel, seitdem der US-Investor Lone Star seine Mehrheit an der Bank loswerden will.

Ansonsten dürfte die Commerzbank ihr Hauptaugenmerk in diesem Jahr auf die Integration der Eurohypo richten. Bankchef Müller hat bereits angedeutet, dass die ab 2008 erwarteten Kosten- und Ertragssynergien von bis zu 130 Mill. Euro pro Jahr vorsichtig gerechnet seien und es auch mehr werde können. Zudem könnten kleinere Zukäufe ein Thema werden. Die Commerzbank hat beispielsweise ein Auge auf die kleine Berliner Bank geworfen.

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