Dividende verdreifacht: Börse will Fusion mit Euronext

Dividende verdreifacht
Börse will Fusion mit Euronext

Die Deutsche Börse will gemeinsam mit der Vierländer-Börse Euronext zu einer europäischen Börsengruppe mit Hauptsitz in Frankfurt verschmelzen.

HB FRANKFURT. Börsen-Chef Reto Francioni erklärte am Dienstagabend, unter der Vielzahl relevanter Optionen in der zersplitterten europäischen Börsenlandschaft sei ein Zusammenschluss von Deutscher Börse und Euronext „die mit Abstand attraktivste Variante für Kunden und Aktionäre sowie die beteiligten Finanzplätze“. Angestrebt werde eine „Fusion unter Partnern“. Eine Transaktion müsse „wertschaffend, strategisch sinnvoll und politisch durchsetzbar“ sein.

Erste Gespräche der beiden Börsenkonzerne waren im Dezember vorerst auf Eis gelegt worden. Sie waren damals nach Informationen aus Finanzkreisen in erster Linie an der Frage des Standortes - Frankfurt oder Paris - gescheitert.

Aus Sicht der Deutschen Börse gebe es, so Francioni, mehrere Anforderungen an das Organisationskonzept, die Struktur und das Geschäftsmodell einer kombinierten Börsengruppe. Die Struktur müsse zum einen die Interessen der jeweiligen Finanzplätze berücksichtigen. Die Leitung der Geschäftsbereiche der kombinierten Gruppe solle so auf die bestehenden Standorte von Deutscher Börse und Euronext verteilt werden, dass es zu einem „fairen Ausgleich“ zwischen den beteiligten Finanzzentren kommt. Die bestehenden nationalen Kassamärkte sollten nicht angetastet werden.

Nach einem Rekordergebnis im vergangenen Jahr will die Deutsche Börse die Gewinnausschüttung an ihre Aktionäre verdreifachen. Nach 0,70 Euro für 2004 solle nun eine Dividende von 2,10 Euro ausgezahlt werden.

Wegen der Hausse an den Kapitalmärkten stieg der Gewinn der Börse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) 2005 um 35 Prozent auf 710,9 Millionen Euro. Die Börse übertraf damit die Schätzungen der von Reuters befragten Analysten, die mit einem Ebita von 703,8 Millionen Euro gerechnet hatten. Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen ein Ebita von 527,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Im vierten Quartal 2005 kletterte der Gewinn den Angaben zufolge auf 178,9 (Vorjahr: 120,7) Millionen Euro. Analysten hatten für das Schlussquartal 2005 ein Ebita von 173,3 Millionen Euro prognostiziert.

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