Dividende wird angehoben: Munich Re baut Gewinne aus

Dividende wird angehoben
Munich Re baut Gewinne aus

Unerwartet gut: Die Munich Re hat im vergangenen Jahr mehr Gewinn erwirtschaftet als 2012. Geringe Belastungen aus Großschäden und eine niedrige Steuerbelastung gaben den Ausschlag.
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FrankfurtMehr Gewinn, eine höhere Dividende und nur geringe Abschläge bei neuen Rückversicherungsverträgen: Die Munich Re hat Investoren und Branchenexperten mit ihrer Bilanz positiv überrascht. Der Konzern verdiente 2013 wegen der Niedrigzinsen zwar weniger Geld mit seinen Kapitalanlagen. Allerdings musste der weltgrößte Rückversicherer auch weniger Belastungen durch Großschäden verkraften und weniger Steuern zahlen. In der Folge stieg der Gewinn um rund 100 Millionen auf 3,3 Milliarden Euro. "An unserem Erfolg sollen auch unsere Aktionäre teilhaben", sagte Münchener-Rück-Finanzchef Jörg Schneider am Dienstag. Die Dividende klettert um 25 Cent auf 7,25 Euro.

Anleger reagierten mit Aktienkäufen, obwohl Schneider keinen Ausblick für 2014 wagte. "Der Anstieg der Dividende zeigt, dass der Konzern auch künftig gute Ergebnisse erwartet", sagte DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel. Bereits im November hat die Munich Re einen milliardenschweren Aktienrückkauf angekündigt. Im Zuge dessen kaufte der Konzern bis Anfang Februar bereits Papiere im Wert von 519 Millionen Euro auf.

Zu schaffen machen Rückversicherern wie der Munich Re, Swiss Re oder der Hannover Rück allerdings die niedrigen Zinsen. Mit konservativen Anlagen wie festverzinslichen Wertpapieren wird es für sie immer schwerer, ordentliche Renditen zu erwirtschaften. Bei den Münchnern ging das Kapitalanlageergebnis im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zurück. Der Betriebsgewinn schrumpfte sogar um 17 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro.

Dass der Gewinn unter dem Strich trotzdem leicht stieg, ist unter anderem auf zwei Sondereffekte zurückzuführen. Zum einen konnte die Munich Re steuerlich Verlustvorträge nutzen, die vor vielen Jahren im US-Geschäft entstanden waren. Zum anderen profitierte der Konzern von der Auflösung von Rückstellungen. An der Börse, wo viele mit einem leichten Gewinnrückgang gerechnet hatten, kamen die Zahlen gut an. Münchener-Rück-Papiere gewannen in der Spitze 1,2 Prozent auf 154,95 Euro, während der Leitindex Dax rund ein Prozent verlor.

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  • Vielleicht macht die Munich Re etwas, was andere Versicherer nicht machen.

    Vielleicht führt sie eine korrekte Bewertung ihrer Assets durch.

    Andere Versicherer machen das vielleicht nicht, weil sie ansonsten die Versicherten an den Bewertungsreserven in korrekter Höhe beteiligen müssten.

    Das Ergebnis der Munich Re geht voll in Ordnung. Schießlich stehen die Märkte, in denen Versicherungen Gelder anlegen auf Höchstniveaus. Aktien-, Renten- und Immobilienmarkt sind auf Höchstkursen.

    Beobachtet man den Markt und schaut sich die Argumentationsweise der Finanzaufsicht, der BaFin zum Thema Beteiligung der Lebensversicherten an den Bewertungsreserven an, an spritzt einem der Lobbyismus so richtig ins Gesicht.

    Wenn es faktisch keine Finanzaufsicht gibt, dann sollte man die Behörde einstampfen. Wenn selbst eine EZB bekannt gibt, dass sie das Risikoüberwachungssystem der nationalen Bankenaufsicht fertig stellen will (und das nach Jahrzehnte langer Vorarbeit!), dann muss man schon kritsch nachfragen.

    Letztlich muss man fragen, wie der Bundesfinanzminister, dem die Dienstaufsicht über die BaFin obliegt, seine Arbeit definiert.

    Wenn man von Missständen irgendwo spricht, dann hier zu allererst.

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