Dividendenaffäre
HVB nimmt drei Ex-Vorstände ins Visier

Die HypoVereinsbank will in der Dividendenaffäre offenbar gleich drei Ex-Vorständen an den Kragen. Die drei Ehemaligen sollen ihre Pflichten verletzt haben und nun Stellungnahmen abgeben.
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MünchenMehreren ehemaligen Vorständen der HypoVereinsbank drohen wegen umstrittener Dividendengeschäfte in ihrer Amtszeit Konsequenzen. Der Aufsichtsrat des Instituts geht nach einer internen Prüfung davon aus, dass drei Ex-Vorstände ihre Pflichten verletzt haben, wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Das Gremium habe von den Managern deshalb zunächst Stellungnahmen zu den Untersuchungsergebnissen angefordert. Sollten die Ex-Vorstände die Vorwürfe dabei nicht ausräumen können, drohten ihnen Schadensersatzforderungen der Bank.

Zu den drei angeschriebenen Vorständen zählt den Insidern zufolge auch der ehemalige Finanzchef Rolf Friedhofen. Der Aufsichtsrat wirft ihm und zwei seiner Ex-Kollegen vor, umstrittene Dividendengeschäfte von Londoner HVB-Händlern nicht gestoppt zu haben. Dabei habe es mehrere Hinweise darauf gegeben, dass diese Transaktionen, die auch als Cum/Ex-Geschäfte bekannt sind, problematisch sein könnten.

Die Anwälte von Friedhofen erklärten, er habe die Aufklärungsbemühungen der Bank stets umfassend unterstützt. Informationen und Unterlagen zu den Ergebnissen der internen Prüfung sowie der Aufsichtsratsbeschluss lägen ihm allerdings nicht vor. Friedhofen habe sich gegenüber der HVB verpflichtet, über den Fall gegenüber Dritten Stillschweigen zu wahren und könne sich deshalb zu dem Thema nicht weiter äußern. "Er möchte allerdings darauf hinweisen, dass er bereits in seiner Zeit als Finanzvorstand der HVB aktiv die Aufklärung der Cum/Ex-Geschäfte vorangetrieben hat", erklärten seine Anwälte.

Die Staatsanwaltschaft hatte das Münchener Geldhaus Ende 2012 durchsucht, weil sie vermutete, dass die Bank den Fiskus von 2005 bis 2008 zusammen mit Kunden um über 120 Millionen Euro geprellt hat. Die Beteiligten sollen sich vom Staat Kapitalertragsteuern haben erstatten lassen, obwohl das Geld vorher nicht ans Finanzamt abgeführt worden war. Hintergrund sind unübersichtliche Aktiengeschäfte rund um den Tag der Dividendenzahlung. Ob das Verhalten generell illegal war, ist noch nicht höchstrichterlich entschieden. Solche Geschäfte hat auch die HSH Nordbank eingeräumt, die LBBW schließt sie für die Zeit vor 2009 ebenfalls nicht aus.

Die HVB hatte die interne Untersuchung des Falls in der vergangenen Woche abgeschlossen. "Die Untersuchungsergebnisse weisen auf ein Fehlverhalten Einzelner in der Vergangenheit hin", teilte das Institut damals mit. Das Geldhaus wolle deshalb betroffene Vorstandsmitglieder kontaktieren. Zur Zahl und den Namen der betroffenen Ex-Vorstände wolle sich die Bank weiter nicht äußern, sagte eine Sprecherin der HVB am Freitag.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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