Drastischer Gewinneinbruch
US-Banken droht ein „Jahr zum Vergessen“

Auf amerikanische Investmentbanken kommen schwere Zeiten zu. Das Kapitalmarktgeschäft läuft dank Euro-Krise dermaßen schlecht, dass starke Einbußen drohen. Selbst Branchenprimus JP Morgan kann sich dem nicht entziehen.
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New YorkGute Stimmung war gestern, vielleicht sogar eher vorgestern. „Ein weiteres Jahr zum Vergessen“, betitelt Roger Freeman, Analyst bei Barclays Capital seinen Ausblick auf die anstehende Berichtssaison 2011. Sicher, die meisten US-Großbanken werden sich wohl am Ende in die schwarzen Zahlen gerettet haben. Aber insgesamt schrumpfte das Geschäft drastisch.

Während die Geschäftsbanken sich gegen das raue Kapitalmarktklima noch halbwegs schützen können, weil sie ihre Verluste teilweise kompensieren können, trifft es die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley hart. Sie werden den Prognosen zufolge im Gesamtjahr über 50 Prozent an Gewinn einbüßen, wie die von Bloomberg befragten Analysten vorhersagen.

JP Morgan gibt den Takt vor

Das ganze Ausmaß der Misere auch bei den Geschäftsbanken wird vermutlich am Freitag offenbar, wenn die größte US-Bank ihren Geschäftsbericht vorlegt: JP Morgan. Denn selbst das mit Abstand gesundeste Großinstitut der USA wird sich der harten Realität nicht entziehen können.

Wegen der Verunsicherung der Kunden durch die Euro-Schuldenkrise lahmt das sonst so profitable Geschäft mit dem Kapitalmarkt. So sind Aktienplatzierungen aller Art im vergangenen Jahr um circa 28 Prozent eingebrochen. „Trotz des Anstiegs der Kurse bleibt das Geschäft schwach“, urteilt Glenn Schorr, Analyst bei Normura Holdings.

Auch der Anleihenhandel gab nach Daten von Thomson Reuters um sieben Prozent nach. Und die Einnahmen aus der Beratung von Fusionen und Übernahmen schwächten sich um drei Prozent ab. Entsprechend rechnen Analysten bei JP Morgan für das vierte Quartal mit einem Gewinnrückgang um 20 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr 2011 wird dagegen trotz fallender Einnahmen mit einem leichten Anstieg von neun Prozent auf rund 19 Milliarden Dollar gerechnet.

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  • Die Schlusspointe mit Wells Fargo ist wirklich gelungen. Allmählich schält sich manches heraus. Krisen können irgendwie auch heilsam sein.

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