Dresdner-Kleinwort: Boni rücken wieder ins Visier

Dresdner-Kleinwort
Boni rücken wieder ins Visier

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) soll die millionenschwere Dresdner-Kleinwort-Prämien kurz vor der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank geprüft und keine Basis für eine Beanstandung gefunden haben - die BaFin will dies nicht bestätigen.

HB FRANKFURT. Die millionenschweren Bonuszahlungen für Investmentbanker der Dresdner Kleinwort (DKIB) haben in der Folge auch die Finanzaufsicht beschäftigt. Drei mit der Materie vertraute Personen sagten dem Handelsblatt, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) habe die im Sommer kurz vor der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank gewährten Prämien unter die Lupe genommen. "Das wurde überprüft", sagte ein Insider. Offenbar habe es Bedenken wegen der Höhe gegeben, wobei die rechtlichen Details allerdings unklar blieben. Die Behörde habe schließlich auch keinerlei Basis für eine Beanstandung gefunden.

Die BaFin wollte dies nicht bestätigten. Hinsichtlich einer entsprechenden Überprüfung sei nichts bekannt, sagte eine Sprecherin. Dresdner Kleinwort lehnte eine Stellungnahme ab, die Commerzbank war nicht zu erreichen.

Die Untersuchungen der Aufsicht liegen den Informationen zufolge bereits mehrere Wochen zurück und sind deshalb auch nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Beteiligung des Bundes an der Commerzbank zu sehen. Sie könnten allerdings vor diesem Hintergrund eine völlig neue Brisanz erhalten. Denn mit dem vergangene Woche vereinbarten zweiten Rettungspaket hat der Finanzmarkstabilierungsfonds Soffin mittlerweile 18,2 Mrd. Euro an Kapital in die Commerzbank gesteckt. Damit lässt sich argumentieren, dass letztlich der Steuerzahler die Millionen-Boni der DKIB-Investmentbanker zahlt.

Diese waren kurz vor der am 31. August verkündeten Übernahme noch vereinbart worden. Grund sei die Unsicherheit unter den Mitarbeitern angesichts der permanenten Fusionsspekulationen gewesen. Beteiligte berichteten damals, der Bonus-Topf betrage 75 Prozent des Vorjahresvolumens und liege bei 400 Mio. Euro. Zudem seien für einzelne Beschäftigte Garantie-Zahlungen vereinbart worden, um diese an Bord zu halten und die Handlungsfähigkeit der Bank zu gewährleisten. Dieses Vorgehen war schon im Sommer harsch von Belegschaftsvertretern kritisiert worden.

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