Drogen-Skandal
Britischer Bankkontrolleur beim Koks-Kauf ertappt

Der Ex-Verwaltungsratschef einer britischen Pleitebank und Geistliche wird beim Drogenkauf erwischt. Der Skandal erregt die Gemüter der Insel – und wirft erneut ein schlechtes Licht auf die dortige Finanzszene.
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LondonDer ehemalige Verwaltungsratschef einer nahezu bankrotten Bank erregt in Großbritannien Aufsehen mit einem Drogenkauf. Ein Video zeigt, wie der Ex-Banker Paul Flowers Anfang November in der nordenglischen Stadt Leeds augenscheinlich Kokain und Crystal Meth erwirbt. In den Aufnahmen, die der Zeitung „Mail on Sunday“ zugespielt wurden, zählt Flowers 300 britische Pfund in 20-Pfund-Noten ab – offenbar für Koks und die Modedroge Crystal Meth. Der Bankmanager räumte ein, Drogen gekauft zu haben und entschuldigte sich. Der 63-Jährige ist zugleich Pfarrer einer Methodistengemeinde, die er seit 40 Jahren betreut.

Kurz vor dem gefilmten Drogenkauf hatte Flowers vor einem Ausschuss des britischen Parlaments aussagen müssen. Dabei ging es um die Rolle, die er bei dem Niedergang der genossenschaftlichen Co-operative Bank spielte, berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ)

Der Manager und Geistliche war im Sommer von seinem Amt als Chefkontroller bei der Co-op Bank zurückgetreten. Unter der Aufsicht von Flowers war das Institut in eine schwere Krise geschlittert. Das Geldhaus hatte im ersten Halbjahr einen Verlust von rund 600 Millionen Pfund eingefahren. Die Bank besorgt sich derzeit rund 1,5 Milliarden Pfund (rund 1,86 Milliarden Euro) frisches Kapital unter anderem durch eine Beteiligung ihrer Gläubiger an der Rekapitalisierung.

Bei der Befragung durch die Parlamentsabgeordneten war die Kompetenz von Flowers in Finanzfragen in Zweifel geraten. Am Anfang seiner Karriere hatte der Pfarrer vier Jahre im Bankwesen gearbeitet. Er räumte vor dem Ausschuss aber ein, dass diese Kenntnisse für das heutige Bankwesen „wahrscheinlich veraltet“ seien.

Faule Immobilienkredite und eine missglückte Expansionsstrategie brachten die Co-op Bank immer mehr in Bedrängnis. Die meisten der schwachen Hypotheken hatte sich das Institut laut „WSJ“ bei der Übernahme der Britannica Building Society im Jahr 2009 aufgehalst.

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„Ich habe Dinge getan, die dumm und falsch waren“

Kommentare zu " Drogen-Skandal: Britischer Bankkontrolleur beim Koks-Kauf ertappt"

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  • Ja mei, des Burschi sucht halt nach gut verzinslichen Anlagen und überprüft, wie es nach Banker Manier sein muss, die Qualität!

  • Laßt die Bankkontrolleure (alle) doch koksen. Oder trinken bis ins Delirium. Oder Haschisch rauchen. Oder sonstige Haluzinogene aller Art, gerne auch durcheinander, nehmen.

    Wer weiß, was die Schlimmes anrichten, wenn sie nüchtern und bei Sinnen sind. Zugedröhnt richten sie keinen Schaden an.

  • Meine Güte wie verwerflich. Hat er auch noch Wein getrunken? Oder etwa auch noch Zigaretten geraucht? Oder die falsche Zahnpasta benutzt?

    Hört endlich auf die Drogenmafia zu sponsern.

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