Drohender Notverkauf WestLB-Verkauf an Private rückt in Reichweite

Der WestLB droht ein Notverkauf an meistbietende Investoren. Dabei würde es sich um ein „diskriminierungsfreies Verfahren“ handeln, dass auch die Übernahme durch private Banken oder Investoren einschließt. Zuletzt war dieses Modell bei der früheren Bankgesellschaft Berlin praktiziert worden. NRW-Finanzminister Helmut Linssen setzt aber zunächst weiter auf eine Fusion mit der Landesbank Hessen-Thüringen.
WestLB AG in Düsseldorf: Ein erster Anlauf zu einer Fusion mit der Landesbank Hessen-Thüringen ist an den Bedenken der Sparkassen beider Städte gescheitert. Quelle: ap Quelle: ap

WestLB AG in Düsseldorf: Ein erster Anlauf zu einer Fusion mit der Landesbank Hessen-Thüringen ist an den Bedenken der Sparkassen beider Städte gescheitert. Quelle: ap

(Foto: ap)

HB DÜSSELDORF. Falls die bereits seit Monaten laufende Partnersuche für die WestLB ohne greifbares Ergebnis bleibt, soll ein solches Bieterverfahren in Gang gesetzt werden, gab Nordrhein-Westfalens Finanzminister Helmut Linssen (CDU) am Donnerstag im Finanzausschuss des Landtags in Düsseldorf bekannt.

Dieser „Plan B“ zur WestLB sei den europäischen Wettbewerbshütern in Brüssel Ende Februar mitgeteilt worden. Vorbild sei die heutige Landesbank Berlin, die früher unter dem Namen Bankgesellschaft Berlin firmierte. Diese war zwar letztlich von den Sparkassen übernommen worden und blieb damit im öffentlich-rechtlichen Lager. Allerdings wurde nach einem Bietergefecht mit privaten Instituten am Ende ein hoher politischer Preis bezahlt, unter dem die Sparkassen noch heute stöhnen.

„Plan A“ der WestLB-Eigentümer für die nordrhein-westfälische Landesbank sei unverändert ein Zusammenschluss mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Voraussetzung für beide Optionen sei, dass sich die WestLB von Randaktivitäten trenne, sagte Linssen. Zur Bildung einer neuen „Landesbank Mitte“ würden intensive Gespräche geführt. Die beiden Landesregierungen zögen an einem Strang. Ein Helaba-Sprecher sagte dagegen der Frankfurter Rundschau, die Helaba führe keine Gespräche.

Ein erster Anlauf zu einer Fusion von WestLB und Helaba war an den Bedenken der Sparkassen in Hessen und Thüringen gescheitert, die 85 Prozent an der Helaba halten. Zuletzt zeichnete sich noch keine grundlegende Änderung an der ablehnenden Haltung ab. Bis zum Ablauf der EU-Frist für die WestLB am 31. März verblieben noch knapp drei Wochen, die genutzt werden sollen, ergänzte Linssen.

Die WestLB hat als einzige Landesbank einen eigenen Rettungsschirm. Anfang 2008 waren risikoreiche Wertpapiere der WestLB über 23 Mrd. Euro in eine Zweckgesellschaft ausgegliedert worden, was die Bilanz zunächst sanierte. Für die ausgelagerten Risiken bürgen die WestLB-Eigentümer mit fünf Mrd. Euro. Damit wurde der Rettungsplan zum Beihilfefall für Brüssel. Die WestLB-Eigentümer hatten sich daraufhin zu einer deutlichen Verkleinerung des Düsseldorfer Bankkonzerns und zu einem mehrheitlichen Eigentümerwechsel verpflichtet. Falls Ende März substanzielle Fortschritte bei einer Fusion mit der Helaba sichtbar werden, könnte dies die Kommission positiv werten, hieß es am Donnerstag im Eigentümerkreis.

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