Düsselhyp
Sparkasse beklagt unfairen Wettbewerb

Der gesamte Vorstand der Sparkasse Rhein-Nahe wirft der Düsseldorfer Hypothekenbank (Düsselhyp) vor, sich mit staatlicher Unterstützung Vorteile am Markt zu verschaffen.
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FrankfurtBrisante Post an Hannes Rehm, den Chef des Bankenrettungsfonds Soffin in Frankfurt: Der gesamte Vorstand der Sparkasse Rhein-Nahe wirft der staatlich unterstützten Düsseldorfer Hypothekenbank (Düsselhyp) vor, mit „nicht marktgerechten und absolut marktverfälschenden“ Zinssätzen auf Kundenfang zu gehen. Die Düsselhyp verschaffe sich „mit staatlicher Unterstützung Vorteile im Markt“, heißt es in dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt. Der Soffin hatte der Hypothekenbank im Zuge der Finanzkrise einen Garantierahmen von zuletzt 2,4 Milliarden Euro für Anleihen zur Verfügung gestellt.

Die Sparkasse fordert den Soffin auf, dafür zu sorgen, dass die aus ihrer Sicht bestehende Wettbewerbsverzerrung abgestellt wird. Konkret geht es um die Geldanlage einer Kommune im Volumen von 20 Millionen Euro. Die Sparkasse bot dafür Ende März 2011 für einen Anlagezeitraum von sechs Monaten einen Zinssatz von 1,40 Prozent pro Jahr. In ähnlicher Größenordnung hätten auch die meisten Wettbewerber gelegen, heißt es in dem Brief. Lediglich die Düsselhyp sei mit einem Gebot von 1,92 Prozent pro Jahr ausgeschert und habe dann den Zuschlag erhalten.

Die Düsselhyp – die sich mittlerweile im Besitz des Finanzinvestors Lone Star befindet – kann die Aufregung über ihre Einlagenzinsen nicht nachvollziehen. „Unsere Konditionen liegen nicht wesentlich über dem, was andere private Banken bieten müssen“, sagte Vorstandssprecher Arnd Stricker dem Handelsblatt. „Die Konditionen sind unserem Standing im Markt angemessen“, ergänzte er.

Kommentare zu " Düsselhyp: Sparkasse beklagt unfairen Wettbewerb"

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  • Der grundlegende Fehler in Deutschland und vielen anderen Ländern war ganz klar, dass man in Schwierigkeiten geratene Institute mit Steuergeld unterstützt hat mit dem Ziel, sie im Wettbewerb zu halten.

    Richtiger wäre es gewesen, die Banken zwar aufgrund der Systemkrise zunächst aufzufangen, anschließend aber mittelfristig geordnet abzuwickeln. Dann müssten sich Wettbewerber, die ihr Haus ohne Hilfe durch die Krise geführt haben, jetzt nicht über Wettbewerbsverzerrungen aufregen.

    Dann wären Institute wie Commerzbank, IKB, HRE, Düsselhyp, etliche Landesbanken und zahlreiche namhafte Auslandsbanken wie z.B. ING Diba, RBS, UBS längst Geschichte und die Kunden wären bei anderen Banken.

    Da dies leider versäumt wurde, bieten ausgerechnet die Pleitegeier der letzten Krise heute die besten, marktfernen Zinskonditionen und betreiben damit zu Lasten der seriösen (im kaufmännischen Sinne) Institute.

    Schlimm ist nur, dass die Kunden diese Dinge schon wieder aus ihrem Gedächtnis gestrichen haben und schon wieder rein auf den höchsten Profit schielen, ohne zu hinterfragen wie diese Renditen erwirtschaftet werden.

    Wahrscheinlich haben wir die Krisen verdient, weil wir selbst fleissig wieder durch persönlichen Egoismus daran mitarbeiten.

  • Viel mehr sollte man der Kommune gratulieren, daß Sie an dem Tag das best mögliche Angebot wahrgenommen hat! Eigentlich sollte die Politik, die Entscheidungsträger der Kommunen viel mehr dazu anhalten, bei solchen Geldanlagen die Märkte zu vergleichen und das best mögliche Angebot wahr zu nehmen! Die Sparkasse unterliegt doch nur Ihrer eigenen Politik...das Sparkassen und Genossenschaftsbanken Vorteile gegen über den privaten Banken bei den Solvabiltäten zur Eigenkapitalanrechnung innerhalb Ihrer Verbünde haben, beklagen sie nicht, aber wenn ein Kunde der Sparkasse das bessere Angebot wahr nimmt! Die Sparkassen sollten viel mehr für Ihre eigenen Geld- oder Kapitalanlagen, genauso den Markt abfragen und vergleichen, dann könnten sie Ihren Kunden auch bessere Zinsen zahlen! Die Sparkasse hätte doch genauso die Möglichkeit gehabt Ihre Gelder zu den Konditionen bei der Düsseldorfer Hypothekenbank anzulegen! Viel mehr sollte man die Verantwortlichen der Sparkasse nach diesem Artikel mal fragen, ob sie Ihr Geschäft noch richtig verstehen?

  • Endlich traut sich mal jemand in Sachen DüsselHyp aus dem Schatten zu treten. Dieses Institut zahlt schon einige Zeit Kunden-Zinssätze, die deutlich über den jeweiligen Einstandssätzen des Marktes liegen.
    Aber die Vorgehensweise ist aus Sicht der DüsselHyp leider richtig: Lieber zahle ich beim Kunden z. B. 50 Punkte drauf, anstatt eine Anleihe am Markt zu platzieren, bei der man wohl mindestens 500 Punkte Aufschlag, also das zehnfache, zahlen müßte !
    Noch viel trauriger ist aber die Tatsache, daß der Einlagensicherungsfonds, dem die Bank bis zum Verkauf gehörte, dieses Spielchen zu Lasten aller anderen Banken mitgetragen hat.
    Da müßte man endlich mal einen Riegel vorschieben !

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