DVB Bank
Schiffskrise drückt weiter auf den Gewinn

Seit Jahren steckt die Schifffahrt in der Krise. Das trifft auch die DVB: Wegen wackeliger Schiffskredite musste der Transportfinanzierer 2015 ein Rekordvolumen zurücklegen – mit dramatischen Auswirkungen auf den Gewinn.

FrankfurtDie Flaute in der Schifffahrt macht der DVB Bank zu schaffen. Da das Geldhaus im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld für ausfallgefährdete Schiffskredite zurücklegen musste, brach der Gewinn um über 40 Prozent auf 46 Millionen Euro ein. DVB-Chef Ralf Bedranowsky stellt sich angesichts der mauen Lage auf den Weltmeeren noch länger auf Gegenwind ein. „Das strukturelle Ungleichgewicht von einem Überangebot an Transportkapazitäten und einem niedrigen Nachfragevolumen wird sich fortsetzen. Vor diesem Hintergrund erwarten wir nicht, dass es zu einer erfreulichen Belebung der Märkte kommt.“

Im vergangenen Jahr hat sich die Risikovorsorge im Kreditgeschäft mehr als verdoppelt auf 142 Millionen Euro – der höchste Wert in der Geschichte der DVB. Hauptverantwortlich dafür waren Wertberichtigungen bei Schiffen, die 2008 oder früher finanziert wurden. „Wenn Sie Containerschiffe für 80 Millionen gebaut und bestellt haben, und sie sind heute nur noch 20 Millionen wert, haben Sie nicht viel Möglichkeiten, diese Werte aufzuholen“, sagte Bedranowsky. „Das muss man nüchtern erkennen im achten Jahr der Schifffahrtskrise.“ Neben den Überkapazitäten leidet die Branche derzeit vor allem unter dem mauen Welthandel, der wegen des schwächeren Wachstums in China nicht mehr so stark wächst wie in der Vergangenheit.

2016 rechnet die DVB Bank erneut mit hohen Belastungen durch Schiffskredite. Die Risikovorsorge werde allerdings geringer ausfallen als 2015. Das Konzernergebnis soll auf dem Niveau des Vorjahres oder leicht darüber liegen. Die DZ-Bank -Tochter hat rund zwölf Milliarden Euro an die Schiffsbranche verliehen und zählt damit hinter der HSH, der NordLB und der KfW zu den größten Schiffsfinanzierern in Deutschland.

Das Institut führt laut Bedranowsky regelmäßig interne Stresstest durch, um die Anfälligkeit seines Portfolios zu testen. Dem anlaufenden Stresstest der Europäischen Zentralbank sieht der DVB-Chef deshalb gelassen entgegen. „Ich gehe nicht davon aus, dass er zu größeren Risikokosten führt.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%