DWS Deutsche-Bank-Tochter will so schnell wie möglich aufs Börsenparkett

Die Fondsgesellschaft DWS hat ihren Börsengang offiziell angekündigt. Der Erlös daraus geht komplett an die Deutsche Bank.
Update: 26.02.2018 - 09:43 Uhr 4 Kommentare
DWS: Deutsche-Bank-Tochter will schnell aufs Börsenparkett Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt
Sitz der Deutsche-Bank-Tochter DWS

Umstrittener Börsengang.

(Foto: Bernd Roselieb für Handelsblatt)

FrankfurtDie Deutsche Bank macht ernst mit dem Börsengang ihrer Fondstochter DWS. Am Montag veröffentlichten beide die offizielle Ankündigung des Börsengangs des Vermögensverwalters. „Der geplante Börsengang gibt uns die Möglichkeit, das volle Potenzial der DWS für unsere Kunden und Mitarbeiter auszuschöpfen“, ließ sich DWS-Chef und Deutsche-Bank-Vorstand Nicolas Moreau am Montag zitieren.

DWS legte sich weiterhin nicht auf einen genauen Termin fest, kündigte aber an, der Börsengang solle „im frühestmöglichen Zeitfenster erfolgen“. Bislang gilt ein Börsengang in der Woche vom 19. März als wahrscheinlichste Option. Die Deutsche Bank will früheren Angaben aus Finanzkreisen zufolge rund ein Viertel ihrer Aktien abgeben und erhofft sich davon einen Erlös von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro.

Die Aktienplatzierung der DWS ist ein wichtiger Teil der Strategie von Deutsche-Bank-Chef John Cryan – und der am besten planbare. Während die Integration der Postbank in das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank und der Umbau der Firmenkunden- und Investmentbank noch keine greifbaren Früchte trägt, macht der Gang der Fondstochter auf das Parkett damit Fortschritte.

Gelingt der Börsengang, könnte Cryan den Aktionären zur Hauptversammlung im Mai einen sichtbaren Fortschritt des Konzernumbaus präsentieren. Der Börsengang ist unter Investoren allerdings umstritten, weil die Deutsche Bank damit auch einen Ertragsbringer teilweise abgibt.

Den Erlös aus dem Börsengang wird der Deutschen Bank komplett zufließen, denn er soll „voraussichtlich ausschließlich aus einem Verkauf bestehender Aktien“ bestritten werden, die sich bislang im Besitz der DWS-Mutter befinden. Finanziell gesehen profitiert von der Transaktion damit vor allem die Deutsche Bank.

Die DWS erhofft sich andere Vorteile wie einen größeren Spielraum beim Wachstum und bei Übernahmen. Außerdem kündigte die Fondsgesellschaft ein „neues Vergütungssystem“ an, das besser auf die Anforderungen eines Vermögensverwalters abgestimmt sei.

Ein eigenes Bonussystem galt intern immer als wichtiger Vorteil. In der Vergangenheit hat es viele DWS-Mitarbeiter häufig frustriert, dass sie trotz eigener guter Zahlen Einbußen bei den eigenen Boni spürten, weil es auf Ebene der Deutschen Bank Verluste gab.

Investoren will die DWS mit der Aussicht auf hohe Dividendenrenditen locken. Das Unternehmen kündigte eine Ausschüttungsquote von 65 bis 70 Prozent seines Nettoergebnisses als Dividende an. Außerdem hofft die Fondsgesellschaft auf jährliche Nettozuflüsse an Kundengeldern von drei bis fünf Prozent.

Die spannende Frage wird lauten, ob das ausreicht, um Investoren darüber hinwegzutrösten, dass die DWS mit der Rechtsform der Kommanditgesellschaft auf Aktien eine ungewöhnliche gesellschaftsrechtliche Konstruktion gewählt hat, die Investoren potenziell weniger Mitsprache ermöglicht. Daran hatte es im Vorfeld viel Kritik gegeben. Das könnte dazu führen, dass Investoren einen Rabatt auf die Aktien verlangen.

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4 Kommentare zu "DWS: Deutsche-Bank-Tochter will so schnell wie möglich aufs Börsenparkett"

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  • @Herr Chris Koeh
    26.02.2018, 10:33 Uhr : Da regiert das Prinzip Hoffnung. Es gibt ein Sprichwort, das heißt : Hoffen und Harren hält manchen zum Narren.

  • 10.04.2017 - Die Deutsche Bank DE0005140008 hat ihre vierte Kapitalerhöhung in sieben Jahren abgeschlossen . Wer nimmt Wetten auf die nächste Kapitalerhöhung an ?

  • @ Herr Peter Kastner:
    Der Verlust letztes Jahr ist begründet mit der US Steuerreform, ohne diese stände ein schöner operativer Gewinn da. Im Jahr 2018 ist somit ein Gewinn zu erwarten. Zudem wird der Konzern umgebaut - da regiert das Prinzip Hoffnung. Mal sehn, eine Kapitalerhöhung erwarte ich nicht.

  • Irgendwie muß Geld reinkommen. Jetzt ist das Tafelsilber dran. Die zeitliche Lücke bis zur
    nächsten Kapitalerhöhung muß irgendwie gestopft werden.

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