DZ Bank mit Milliarden-Gewinn Deutschlands profitabelste Bank

Während Deutsche Bank und Commerzbank noch mit ihren Umbauarbeiten kämpfen, wartet die frisch fusionierte DZ Bank mit einem Milliardengewinn auf. Das Ergebnis vor Steuern lag bei 2,2 Milliarden Euro – mehr als erwartet.
Update: 07.03.2017 - 11:06 Uhr 27 Kommentare
Die beiden Spitzeninstitute der Genossenschaftsbanken, DZ und WGZ, sind 2016 zur DZ Bank fusioniert. Quelle: dpa
DZ-Bank-Zentrale in Frankfurt

Die beiden Spitzeninstitute der Genossenschaftsbanken, DZ und WGZ, sind 2016 zur DZ Bank fusioniert.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie genossenschaftliche DZ Bank, das drittgrößte deutsche Kreditinstitut, ist wohl nicht vielen Bundesbürgern ein Begriff. Die Bank wirkt als eine Art Zentralbank der rund 1000 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken meist im Hintergrund. Doch das tut die DZ Bank mit Erfolg: Während Deutsche Bank und Commerzbank mit Altlasten und einem schmerzlichen Konzernumbau zu kämpfen haben, präsentiert die DZ Bank für das Jahr 2016 einen Milliardengewinn.

Insgesamt 1,6 Milliarden Euro haben die Frankfurter im vergangenen Jahr nach Steuern erwirtschaftet. Damit ist der Reingewinn im Vergleich zum Vorjahr zwar um etwa zehn Prozent gesunken. Gemessen an dem Milliardenverlust der Deutschen Bank und dem niedrigen dreistelligen Millionengewinn der Commerzbank fällt das allerdings kaum ins Gewicht. Dabei hatte auch die DZ Bank einen Umbau zu bewältigen: Sie hatte 2016 eine Fusion mit ihrem kleineren Schwesterinstitut WGZ Bank zu stemmen. Die Fusion, für die es mehrere Anläufe gebraucht hatte, sei „zügig und geräuschlos“ über die Bühne gegangen, sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch.

Allerdings werden die fusionsbedingten Umbauarbeiten das Institut auch im laufenden Jahr beschäftigen. „Wir rechnen vor diesem Hintergrund für 2017 mit einem Ergebnis vor Steuern am unteren Ende unserer nachhaltigen Ergebnisspanne von 1,5 bis 2,2 Milliarden Euro und erwarten, diesen Wert in den darauf folgenden Jahren wieder zu steigern“, sagte Vorstandschef Wolfgang Kirsch.

Ein genauerer Blick auf das Ergebnis zeigt, dass die DZ Bank vor allem von ihrem besonderen Geschäftsmodell profitiert: Unter dem Dach des genossenschaftlichen Spitzeninstituts sind eine breite Palette an Finanzaktivitäten gebündelt, etwa auch die Versicherung R+V, die Fondsgesellschaft Union Investment oder das Bauspargeschäft. Und insbesondere das Versicherungsgeschäft und das von Union Investment geprägte Provisionsergebnis haben wesentlich zum Geschäftserfolg im Vorjahr beigetragen.

Belastend wirkte sich dagegen die Schifffahrtskrise aus, die bei der Tochtergesellschaft DVB Bank zu einem Verlust von 285 Millionen Euro führte. Auch die sonst sehr profitable Bausparkasse Schwäbisch Hall schwächelte und wies einen mit 158 Millionen Euro nur etwa halb so hohen Gewinn wie im Vorjahr aus. Der Gewinn halbierte sich, weil die weitaus größte deutsche Bausparkasse Rückstellungen für die hohen Zinsgutschriften bilden musste, die sie den Kunden in der Vergangenheit zugesagt hatte.

Dennoch bleibt ein stattlicher Vorsteuergewinn von 2,2 Milliarden Euro, was nur geringfügig unter dem Vorjahreswert (damals noch ohne die Düsseldorfer WGZ Bank) von 2,45 Milliarden Euro liegt. Die DZ Bank schüttet daher an ihre Aktionäre eine Dividende von 0,18 Euro je Aktie aus. Außerdem bleibt noch genug Gewinn übrig, um die Eigenkapitaldecke auf 14,5 Prozent zu steigern. Unter dem Strich beflügelte der Zusammenschluss den Gewinn um 256 Millionen Euro. Neubewertungen von Bilanzpositionen und andere Konsolidierungseffekte sowie der Gewinn aus dem ersten Halbjahr machten die Kosten des Umbaus von knapp einer viertel Milliarde mehr als wett.

Die Fusion von DZ Bank und WGZ Bank wird nun gut ein halbes Jahr nach der Fusion zu einer Neuordnung der Immobilienaktivitäten des Konzerns führen. „Nach dem Zusammenschluss ergeben sich nun Überschneidungen, denen wir mit einer Neuausrichtung des Immobiliengeschäfts begegnen müssen“, sagte Vorstandschef Wolfgang Kirsch. Zum einen bringt die frühere WGZ Bank ihre gewerblichen Immobilienaktivitäten in die Immobilientochter DG Hyp ein.

Zum anderen soll die WL Bank, ursprünglich die Immobilientochter der WGZ Bank, sowie die deutlich größere DG Hyp, der Immobilienarm der alten DZ Bank, miteinander fusionieren. Beide Häuser seien damit beauftragt, „in Gespräche über eine Fusion einzutreten“, kündigte Kirsch an. Aus diesem Schritt erwartet Kirsch Ertrags- und Kostensynergien „im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich“.

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27 Kommentare zu "DZ Bank mit Milliarden-Gewinn: Deutschlands profitabelste Bank"

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  • Unser Druckmittel sind „bankruns“!
    Das fürchten die Banken, wie der Teufel das Weihwasser.

  •  
    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wir als Kunden haben nichts zu verlieren, aber die Banken haben alles zu verlieren!
    Auf geht's liebe Landsleute, steht nur ein einziges Mal auf und zeigt klare Kante, bitte nur ein einziges Mal, zeigen wir denen, welche Macht wir tatsächlich besitzen!

  • @Herr Joachim Löwensteiner07.03.2017, 18:27 Uhr

    Jetzt mache ich mir ernsthaft Sorgen. Sie sollten umgehend mal einen Facharzt aufsuchen. Mit so einer Phobie ist nicht zu spaßen.

  • Lassen wir es einfach ein einziges Mal darauf ankommen.
    Lasst uns alle vorhandenen Guthaben von den Konten abziehen!
    Dann bin ich einmal gespannt, wer am längeren Hebel sitzt!

  • Verbraucher

  • Lassen wir uns nicht mehr länger als Zins- und Gebührenknechte ausnehmen.
    Wir sollten uns jetzt kollektiv wehren und Widerstand leisten.

  • Wir Verbrauchen sollten uns endlich gegen die Babnken stellen und Aufbegehren.
    Gebühren lassen sich nur durchsetzen, wenn wir es so hinnehmen.
    Wenn wir uns kollektiv dagegen wehren, können die Banken gar nichts, weil wir am längeren Hebel sitzen.
    Wenn wir unser Geld von den Konten abziehen, sind die Banken sofort am Ende.
    bankruns sind dass, was diese mafiösen Strukturen am meisten fürchten!

  • Geldautomaten > Die Deutsche Bank oder die Commerzbank haben aktuell die Gebühren am Geldautomaten jeoch wieder auf knapp 4,90 € erhöht. Sparkassen und Volksbanken hatten sich der Initiative erst gar nicht angeschlossen. Sie bestimmen die Gebühren selbst. Die Preisspanne für Fremdkunden liegt bei den Sparkassen zwischen 4 € und 4,50 €.

  • Ich habe nichts gegen Gebühren, aber ich habe etwas entschieden gegen Gebühren, die hauptsächlich die niedrigen Einkommen und Geldzuflüsse aufs Konto überproporzional mit Gebühren belasten. Warum zahlen Bankenkunden z. Bsp. bei einer Onlinebank bei einem monatlichen Einkommen unter 400 €, 42 € Jahresgebühr, währenddessen über 400 € Kontogutschrift nur noch 12 € Jahresgebühren verlangt wird.
    Das ist was mir stinkt!
    Warum werden keine Minuszinsen für hohe Sparvermögen erhoben, anstatt bei den kleinen Leuten, die kaum was haben abzukassieren.
    Für mich ist das ABZOCKE ohne wenn und aber!
    Warum ist es nicht umgekehrt?
    Warum zaheln diejenigen mit hohen Einkommen und hohen Sparquoten weniger an Gebühren, als die niedrigen Einkommen?

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