EBA-Quote

Commerzbank hortet dicken Kapitalpuffer

Die Commerzbank hat nicht nur ihre milliardenschwere Kapitallücke von 2011 geschlossen, sondern ihre Kernkapitalquote auf mehr als zwölf Prozent gesteigert. Selbst den Branchenprimus Deutsche Bank hängt das Institut ab.
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Die Commerzbank hat bis Ende Juni über 8 Milliarden Euro Eigenkapital aufgebracht. Quelle: Reuters

Die Commerzbank hat bis Ende Juni über 8 Milliarden Euro Eigenkapital aufgebracht.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Commerzbank hat den Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA mit einem dicken Kapitalpolster bestanden. Aus der Kapitallücke in Höhe von 5,3 Milliarden Euro, die die Bank im Dezember noch vorwies, ist nun ein Kapitalüberschuss von 2,8 Milliarden Euro geworden. Das erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen.

Damit steigerte die Commerzbank ihre Kernkapitalquote nach den geltenden Standards auf mehr als zwölf Prozent. Nach den verschärften Kriterien, die von 2013 an gelten, käme die Bank Reuters-Kreisen zufolge - Übergangsfristen außen vor gelassen - auf fast acht Prozent, das ist mehr als der Branchenprimus Deutsche Bank. Bei Anlegern kam die Nachricht gut an: Die Commerzbank-Aktie legte um 1,5 Prozent auf 1,28 Euro zu.

Die Bank, die am Donnerstag ihre Quartalszahlen veröffentlicht, wollte sich dazu gegenüber dem Handelsblatt nicht äußern. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte die Bank vor allem Risikogeschäft reduziert. Zuletzt verkaufte das Institut Ende Juli deshalb auch seine defizitäre Ukraine-Tochter, die Bank Forum. „Der Vorstand ist auf das Thema Eigenkapital total fixiert“, hieß es aus Finanzkreisen.

Unklar ist, wie sich der Sparkurs der Bank auf das Privatkundengeschäft auswirken wird. Die Erträge dort entwickeln sich schleppend. Deshalb denkt die Bank dort über Personalabbau nach, auch an die Schließung weiterer Filialen wird gedacht. Die Bank will ihre neue Strategie im Privatkundengeschäft im November veröffentlichen, hieß es in Finanzkreisen.

Am Donnerstag legt die Bank ihre Quartalszahlen vor. Vergangene Woche hatte sie einen Vorsteuergewinn von etwa 350 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Außerdem will die Bank Details über die neue Aufgabenverteilung in ihrem Vorstand bekannt geben. Denn seit dem Beschluss der Bank von Ende Juni, das Immobilien- und Schiffsfinanzierungsgeschäft komplett aufzugeben, hat Vorstandsmitglied Jochen Klösges, keinen eigenen Aufgabenbereich mehr. Denn für die Abwicklung ist im Vorstand schon Personalvorstand Ulrich Sieber zuständig.

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10 Kommentare zu "EBA-Quote: Commerzbank hortet dicken Kapitalpuffer"

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  • CoBa bashing wird irgendwann halt einfach auch langweilig.

  • Bitte erstmal informieren 16 Milliarden wurden zurückgezahlt. Dem Steuerzahler hat das im Gegenteil zu unseren Landesbanken nichts gekostet.

  • Die Steuerzahler Coba erhöhrt das Eigenkapital, supi!
    Wenn nicht auch egal, wir retten euch wieder beim nächsten Crash - Merkel`s systemrelvante Volksverklärung!

  • Wie wäre es mit kaufen, anstatt zu motzen... :-)

  • So ein Unsinn; Zinsen für die Soffingelder in Höhe von 1,5 Mrd. Euro jährlich (Gelder der Steuerzahler) sind für mehrere Jahre auch noch nicht gezahlt worden, weil kein Gewinn nach HGB vorhanden!!!! Toll.

  • Wow,unglaublich.Als Experiment kann man sich ja mal 10 Aktien in´s Depot legen oder bei McDonalds Essen gehen,kommt wahrscheinlich aus´s gleiche raus.

  • Dieser Quatsch der Medien übertrifft langsam wirklich das 3. Reich und die DDR zusammen. Commerzbank??? Sorry aber ich glaub eher an das universelle Spaghettimonster.

  • Bis Ende April 1945 glaubte die Mehrheit der Bevölkerung an den Endsieg. Die Propaganda macht`s. Das ist jetzt nix anderes. Ihr werdet sehen, trotz "bester" Zahlen und fast Vollbeschäftigung wird die Titanic BRDDR den Eisberg in Kürze rammen. Wer konnte das nur ahnen ? Alle Experten werden dann ratlos umherstarren. Wie konnte das nur passieren. Aber Hauptsache die Commerzbank hat dickes Kapitalpuffer:-) Brüll, lach..

  • Die Meldung ist unglaublich!

  • Komischerweise glauben die Märkte der Commerzbank aber ihr Eigenkapital nicht.

    Sie wird nämlich mit 7 Milliarden, und nicht mit 24 Milliarden ausgewiesenem Eigenkapital bewertet.

    Was wohl daran liegt, daß noch erheblicher Abschreibungsbedarf bei den spanischen (14 Milliarden) und anderen (Schiffsbank, Eurohypo, Kredit Thomas Cook, ...) Aktiva gesehen wird.

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