EBRD
England leitet erstmals die Osteuropabank

Großbritannien hat sich den Chefposten der Osteuropabank gesichert. Mit Suma Chakrabarti haben die Anteilseigner erstmals einen Engländer zum Präsidenten des Kreditinstituts ernannt. Chakrabarti folgt auf Thomas Mirow.
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LondonDie Osteuropabank (EBRD) wird erstmals nicht von einem Deutschen oder Franzosen geleitet. Nachfolger des bisherigen deutschen Präsidenten Thomas Mirow wird der Brite Suma Chakrabarti. Dieser setzte sich bei der Wahl auf dem Jahrestreffen der Anteilseigner in London am Freitagabend gegen vier weitere Kandidaten durch. Angetreten waren auch der Franzose Philippe de Fontaine Vive Curtaz und der deutsche Amtsinhaber Mirow. Doch der frühere Finanzstaatssekretär, der der SPD angehört, bewarb sich ohne Unterstützung der schwarz-gelben Bundesregierung.

Die Nachfolge des EBRD-Präsidenten gehört zu einem Paket von vier wichtigen Personalentscheidungen, um die in Europa gerungen wird. So geht es ferner um den Chefposten in der Eurogruppe, die aus den Finanzministern der Euro-Zone besteht, einen freiwerdenden Sitz im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Leitung des ab Sommer einsatzbereiten künftigen Euro-Rettungsschirms ESM. Als künftiger Eurogruppen-Chef wird Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gehandelt und als Kandidat für die EZB-Stelle der Luxemburger Yves Mersch. ESM-Chef könnte dann ein Spanier werden.

Die Osteuropabank hat ihren Sitz in London. Daher galt es lange als unwahrscheinlich, dass Großbritannien auch noch den Chefposten besetzen darf. Der neu ernannte Bankchef lobte den Wahlprozess als offen und fair. Chakrabarti war bislang Staatssekretär im britischen Justizministerium und davor Chef des britischen Amtes für Internationale Entwicklung. Der britische Finanzminister George Osborne wertete die Ernennung Chakrabartis als Zeichen für den Einfluss seines Landes in Europa und in der Welt.

Die EBRD gehört 65 Aktionären. Größter sind die USA mit zehn Prozent der Stimmrechte. Deutschland, Frankreich und Italien kommen wie auch Japan auf jeweils mehr als acht Prozent. Die Bank wurde 1991 aus der Taufe gehoben, um die früheren kommunistischen Länder in Mittel- und Osteuropa beim Übergang in die Marktwirtschaft zu unterstützen. Mittlerweile ist die EBRD auch in Asien und seit kurzem auch in Nordafrika und dem Nahen Osten tätig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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