Eigene Erklärung Commerzbank wusste schon früh von Geldwäsche

Die Commerzbank war offenbar früher über die mutmaßliche Verstrickung ihres mittlerweile zurückgetretenen Vorstandes Andreas de Maiziere in die Geldwäsche-Affäre informiert, als sie bisher gesagt hat.

HB FRANKFURT. Bereits vor de Maizieres Rücktritt am Montag vergangener Woche hatte die Bank Hinweise darauf erhalten, dass er „seiner Überwachungspflicht nicht ausreichend nachgekommen sei“, wie aus einer Presseerklärung der Bank vom Donnerstag hervorgeht. Diese Hinweise hätten dazu geführt, dass sich der Aufsichtsrat der Bank mit der Angelegenheit befasst habe.

„In der Folge hat Andreas de Maiziere die Verantwortung für mögliche Pflichtverletzungen übernommen und ist am 15. Juli 2005 aus persönlichen Gründen zurückgetreten“, lautet die weitere Erklärung der Commerzbank vom Donnerstag. Von einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft oder gar den bevorstehenden Durchsuchungen von de Maizieres Büro habe die Bank zu diesem Zeitpunkt aber keine Kenntnis gehabt, sagt sie selbst.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt fünf aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Commerzbank, darunter auch de Maiziere, über eine Luxemburger Tochtergesellschaft Geld aus russischen Unternehmensprivatisierungen gewaschen zu haben. Bis in den Kreml hinein könnte die dunklen Geschäfte reichen. De Maiziere selbst hat sich zu den Verdächtigungen noch nicht geäußert. Über sein Büro ließ er lediglich mitteilen, er sei bis Mitte August verreist.

Bei de Maizieres Rücktritt am 15. Juli hatte die Commerzbank zunächst nur von „persönlichen Gründen“ gesprochen ohne eine mögliche Pflichtverletzung oder gar das Wort Geldwäsche zu erwähnen. Nachdem bekannt geworden war, dass de Maizieres Büro in der Bank nur einen Tag nach seinem Rücktritt von der Staatsanwaltschaft durchsucht worden war, hatte die Bank eingestanden, dass sein Ausscheiden „auch“ im Zusammenhang mit der Geldwäsche-Affäre stehe.

Dass sich bereits am 13. Juli der Präsidialausschuss des Aufsichtsrates und am 15. Juli der Aufsichtsrat selbst in einer Sondersitzung speziell mit der möglichen Verstrickung de Maizieres in die Geldwäsche-Affäre und seinen “Pflichtverletzungen“ befasst hatte, hatte die Commerzbank allerdings zunächst weiter unerwähnt gelassen. Statt dessen hatte die Bank betont, von den anstehenden Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft nichts gewusst zu haben.

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