Eigenkapital
Versicherungen können Solvency II-Regeln verkraften

Durch das neue Regelwerk Solvency II werden die Versicherer fast fünf Milliarden Euro zusätzliche Eigenkapital brauchen. Doch das wird die Unternehmen laut einer aktuellen Erhebung nicht umwerfen.
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MünchenDie strengeren Kapitalvorschriften für Versicherer ab 2013 werden die deutschen Assekuranzen Experten zufolge nicht umwerfen. Bis zu fünf Milliarden Euro zusätzliches Eigenkapital seien durch das neue Regelwerk Solvency II nötig, hieß es am Mittwoch in Erhebungen der Unternehmensberatung Zeb.

Vor dem Hintergrund einer aufsichtsrechtlichen Kapitalausstattung von rund 92 Milliarden Euro sei dies vergleichsweise moderat und verkraftbar. Der Großteil werde auf Lebensversicherer entfallen, betroffen seien auch Krankenversicherer. Schaden- und Unfallversicherer hätten dagegen keinen zusätzlichen Bedarf.

Die technische Einführung der neuen Regeln dürfte die deutschen Assekuranzen zudem rund 250 Millionen Euro kosten. Auf große Anbieter wie die Allianz oder die Münchener Rück kämen Beträge von deutlich über zehn Millionen Euro zu, selbst kleine Versicherer seien noch mit 500.000 bis zwei Millionen Euro dabei.

Mit Solvency II sollen europaweit die tatsächlichen Risiken der Branche transparenter gemacht und besser gesteuert werden. Der bisherige Standard Solvency I gilt als veraltet, er erfasst beispielsweise nicht die Kapitalanlagen der Unternehmen. Damit werden Versicherer, die ihre Policeneinnahmen sehr riskant anlegen, genauso behandelt wie Firmen mit einem konservativen Ansatz. Spätestens seit der Finanzkrise liegt das Augenmerk aber verstärkt auf den Investmentrisiken. Anfang 2013 sollen die neuen Regeln in Kraft treten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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