Eigenkapital: Wüstenrot nimmt Solvency II ins Visier

Eigenkapital
Wüstenrot nimmt Solvency II ins Visier

Bauspar- und Versicherungsgruppe W+W bereitet sich auf neue EU-Kapitalregeln vor. Die zur Gruppe Wüstenrot & Württembergische gehörende WürttLeben erwarte durch das umstrittene Regelwerk Solvency II zukünftig stark schwankende Eigenkapitalanforderungen, erklärte die Gesellschaft.
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Frankfurt Deshalb werde der Vorstand dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung vorschlagen, die bisherige Dividendenpolitik zu verändern und einen großen Teil des Jahresüberschusses künftig einzubehalten. Dadurch soll im Vorgriff auf Solvency II ein umfassender Eigenkapitalpuffer geschaffen werden. Durch die Thesaurierung erhöhe sich das Eigenkapital von 165 Millionen Euro auf rund 188 Millionen Euro.

Viele Versicherer in Deutschland fürchten, dass sie ab 2013 wegen der neuen EU-Regeln mehr Kapital zurücklegen müssen als bisher. Das gilt insbesondere für Lebensversicherer, weil diese teilweise Garantien bieten, die mehr als 50 Jahre gelten. Je länger solche Garantien gelten, um so mehr Kapitalvorsorge verlangen die Regeln von Solvency II dafür. 

Im Lebensversicherungsgeschäft sammelte die Gruppe im vergangenen Jahr 4,5 Prozent mehr Prämien ein, insgesamt 2,4 Milliarden Euro. Die börsennotierte Württembergische Lebensversicherung AG weise nach vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2010 in ihrem Teilkonzern einen Jahresüberschuss von rund 38 (Vorjahr: 15,1) Millionen Euro aus.

Die Bauspar- und Versicherungsgruppe hat 2010 insgesamt weniger verdient, aber ihr Gewinnziel deutlich übertroffen. Die Stuttgarter Gruppe erwartet einen Jahresüberschuss von rund 190. Im Vorjahr waren es 222 Millionen Euro. Damit werde sowohl das Ziel von 140 Millionen Euro, als auch die nach der Übernahme der Allianz Dresdner Bauspar AG (ADB) höhere Prognose von 160 Millionen Euro deutlich übertroffen. Zu diesem Ergebnis hätten beide Geschäftsfelder – Bausparen und Versicherung – entscheidend beigetragen.

Beim Bausparen wuchs das Brutto-Neugeschäft um 33,5 Prozent auf das Rekord-Ergebnis von 14,7 Milliarden Euro. In der Baufinanzierung erzielte die W&W im Neugeschäft ein Wachstum von 4,4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro, inklusive der Dresdner Bauspar gelang sogar ein Plus von 10,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro.

Insbesondere in der Schaden- und Unfallversicherung vergrößerte die W&W ihren Marktanteil. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 1,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

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