Eigenkapitalregeln
US-Aufseher wollen Großbanken an die Kette legen

Die US-Behörden greifen durch: Neue Eigenkapitalregeln sollen die Verschuldung der größten Geldhäuser bremsen. Die Aufseher gehen über die Basel-III-Regeln hinaus. Die Zustimmung des Kongresses steht noch aus.
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WashingtonDie drei US-Bankenaufsichtsbehörden wollen die große Institute des Landes zu einem deutlich höheren Kapitalpuffer zwingen als ihn die internationalen Regeln vorschreiben. Die US-Notenbank Federal Reserve, die Einlagensicherung FDIC und die Behörde OCC wollen den acht Branchenriesen eine Leverage Ratio von sechs Prozent abverlangen, wie sie am Dienstag mitteilten. Auf Holding-Ebene soll sie fünf Prozent erreichen.

Das heißt, die Banken müssen für sechs Prozent ihrer Bilanzsumme Eigenkapital vorhalten. Das soll die Verschuldung der Geldhäuser beschränken. Der internationale Basel-III-Standard schreibt nur eine Quote von drei Prozent vor, ergänzend zu den übrigen, an den Risiken ausgerichteten Eigenkapital-Kennziffern.

„Eine Untergrenze für die Leverage Ratio von drei Prozent hätte die Zunahme der Verschuldung in den Jahren vor der Finanzkrise nicht maßgeblich gedämpft“, begründete FDIC-Chef Martin Gruenberg die Forderung. Fed-Gouverneur Daniel Tarullo, der für die Bankenaufsicht bei der Notenbank zuständig ist, hatte bereits eine höhere Leverage Ratio - also eine geringere Verschuldungsquote - in Aussicht gestellt.

Nach Erkenntnissen von Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger basiert die Kennziffer in den USA aber auf einer anderen Berechnung. Eine Leverage Ratio von vier Prozent in den USA entspräche etwa drei Prozent nach internationalem Standard.

Von den US-Regeln betroffen sind JP Morgan, Citigroup, Bank of America, Wells Fargo, Goldman Sachs, Morgan Stanley sowie die Depotbanken Bank of New York Mellon und State Street. Für die regionalen Institute in den USA soll Basel III in abgeschwächter Form eingeführt werden.

Die USA arbeiten derzeit - wie die Europäische Union (EU) - an der Umsetzung der Basel-III-Richtlinien in nationales Recht. Die einzelnen Staaten haben das Recht, strengere Vorschriften zu erlassen. Die Banken selbst und viele Aufseher dringen freilich auf faire Wettbewerbsbedingungen für internationale Geldhäuser. Die FDIC und das OCC stimmten den Basel-III-Regeln am Dienstag grundsätzlich zu, die Fed hatte das schon in der vergangenen Woche getan. Nun muss noch der Kongress zustimmen. Dort waren Rufe nach noch deutlich höheren Leverage Ratios laut geworden.

Die vor allem in den USA populäre Leverage Ratio ist in Europa stark umstritten. Ihre Befürworter halten sie für weit weniger manipulationsanfällig als die risikogewichteten Kernkapitalquoten nach Basel III. Dort können die Banken ihre Risiken weitgehend selbst bewerten. Die Kritiker der Leverage Ratio dagegen bemängeln, dass sie risikoarme Geschäftsmodelle benachteilige und die Banken dazu verleite, ihre Renditen mit riskanten Geschäften nach oben zu treiben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Nur das das Ziel von Basel III ist, Staatsschulden günstig zu machen, in dem alle anderen Schulden teurer werden. Laut Basel III haben Staatsschulden in der Eurozone ein Risikogewicht von Null! Wie realistisch das ist, hat man in Griechenland gesehen. Da ist die amerikanische Leverage Ration schon deutlich besser. Das sieht man auch wenn man mal die nackten Eigenkapitalquoten von europäischen und amerikanischen Banken vergleicht. Da sehen die europäischen ziemlich alt aus.

  • Der Schuldner will also seinen eigenen Gläubiger regulieren... Wenn man sich das vor Augen hält weiß man, dass das nur heiße Luft sein kann. In Europa sind zwar mit Basel III durchaus die Regeln verschärft worden. Aber dafür haben die Banken ohne große Verluste ihre wertlosen Staatsanleihen an den Staat verkaufen können. Dagegen ist doch Basel III als "Bauernopfer" ein guter Deal.

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