Eigenkapitalrendite in Privatkundensparte gestiegen: Commerzbank steigert Profitabilität

Eigenkapitalrendite in Privatkundensparte gestiegen
Commerzbank steigert Profitabilität

Die Commerzbank hat 2004 die Profitabilität in der Privatkundensparte bereits deutlich gesteigert und will in den nächsten Jahren ohne größere Übernahmen insgesamt noch profitabler werden. Ihr einstiges Renditeziel hat die drittgrößte börsennotierte Bank Deutschlands allerdings 2004 trotz der Rückkehr in die Gewinnzone klar verfehlt.

HB FRANKFURT. „Revolutionäre strategische Entscheidungen stehen nicht auf der Tagesordnung. Das Geschäft soll organisch weiterentwickelt werden“, sagte Bank-Chef Klaus-Peter Müller am Mittwoch auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt. 2004 hatte er den Vorstand verjüngt und das defizitäre Investment-Banking verkleinert. In diesem Jahr will die Bank die Eigenkapitalrendite nach Steuern nahezu verdoppeln und mindestens acht Prozent erreichen, was einem Nettogewinn von mehr als 750 Mill. € entspräche. 2006 soll die Rendite auf über zehn Prozent klettern.

Von diesen Zielen ist die Commerzbank noch weit entfernt. 2004 kam sie nur auf eine Rendite von 4,4 %. Um rentabler zu werden, hatte die Commerzbank ein eigenes Vorstandsressort Mittelstandsbank etabliert, das Filialgeschäft mit der Vermögensverwaltung zusammengelegt sowie die Sparte Corporates & Markets geschaffen. Marktführer Deutsche Bank hat sich für das laufende Jahr eine Nachsteuerrendite von rund 15 % vorgenommen.

Das neue Jahr 2005 sei „vielversprechend“ angelaufen, sagte Müller. Im neu formierten Bereich Corporates & Markets, zu dem das Firmenkundengeschäft und das Investmentbanking gehören, sei 2005 mit einem positiven Ergebnisbeitrag zu rechnen. Die zuletzt verbesserten Sparten Privatkunden und Vermögensverwaltung sollen sich stabil entwickeln. Im Filialgeschäft seien auch Zukäufe im Inland denkbar. Zuletzt hatte die Commerzbank die angeschlagene SchmidtBank übernommen.

Pläne für weitere Restrukturierungen hat Müller nicht. „Ich sehe eher einen behutsamen Aufbau“, sagte er. Der Konzernumbau hatte die Bank 132 Mill. € gekostet und damit 2004 ein besseres Ergebnis verhindert. Die Commerzbank will ihren Aktionären für 2004 wieder eine Dividende von 25 Cent je Aktie zahlen. „Wenn der Gewinn steigt, dürfte auch die Dividende steigen“, stellte Finanzvorstand Eric Strutz für 2005 eine höhere Gewinnbeteiligung der Anteilseigner in Aussicht. Die Ausschüttungsquote solle wie 2004 bei etwa 40 % liegen.

Kleinere Übernahmen könnte die Bank stemmen, betonte Müller. Es stünden genügend Möglichkeiten zur Verfügung, um Zukäufe zu finanzieren. Bisher habe die Bank noch kein hybrides Kapital aufgenommen. Verhandlungen - etwa über den Kauf der DAB Bank für den eigenen Online-Broker Comdirect - gebe es aber nicht, sagte Vorstandsmitglied Martin Blessing.

Die Verwaltungsaufwendungen will die Bank in diesem Jahr mit 4,5 (2004: 4,46) Mrd. € weitgehend konstant halten. Die Aufwandsquote soll unter 69 (70,4) Prozent sinken. Um 100 € zu verdienen, müsste die Bank dann weniger als 69 € ausgeben. Die Risikovorsorge für faule Kredite soll 2005 auf unter 800 (836) Mill. sinken.

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