Einlagensicherung

Die verwirrenden Aussagen des Jean-Claude Juncker

Jean-Claude Juncker will Sparkassen und Genossenschaftsbanken offenbar von der einheitlichen Einlagensicherung ausnehmen. Eine Behörden-Sprecherin sagt hingegen, die Gesetzesvorschläge würden für alle Banken gelten.
Update: 02.11.2015 - 15:58 Uhr
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker macht den Sparkassen und Volksbanken Hoffnung. Quelle: dpa
Geröntges Sparschwein

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker macht den Sparkassen und Volksbanken Hoffnung.

(Foto: dpa)

FrankfurtEU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken offenbar von der geplanten einheitlichen Einlagensicherung ausnehmen. Der Sparkassenverband begrüßte am Montag, dass in der EU-Kommission „der Prozess des Umdenkens“ eingesetzt habe.

Dagegen sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde, die geplanten Gesetzesvorschläge sollten für alle Banken gelten, die von der überarbeiteten EU-Richtlinie zur Einlagensicherung betroffen seien. Die Bundesregierung wiederholte ihre grundsätzliche Skepsis gegenüber einer Vergemeinschaftung von Einlagensicherungsystemen.

„Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken passen zu unserem Wirtschaftsmodell, deshalb werden sie von der Einlagensicherung nicht berührt werden“, sagte Juncker laut einem Videomitschnitt der EU-Kommission bereits am 8. Oktober auf einer Veranstaltung in Passau.

Sparkassen-Apps begeistern Finanztester
Sparkasse
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Stiftung Warentests „Finanztest“ hat sich im Mai 2015 Mobile-Banking-Apps vorgenommen – und sie unter anderem auf Sicherheit und Bedienerfreundlichkeit hin untersucht. Ganz vorne im Android- und iOS-Betriebssystem: die Sparkassen-Apps mit dem Siegel „gut“. Wer nur ein Konto besitzt, nutzt die kostenlose App. Alle anderen die Multifunktions-App Sparkasse+. Die Tester lobten, dass sich Apps unter anderem einfach einrichten lassen würden, übersichtlich gestaltet seien und Iban und Bic auf Plausibilität überprüfen würden. Weiteres Plus: Empfänger können eingespeichert werden. Auf dem iPhone funktioniert laut Testern nur die App der Outbank besser. Bildquelle: Screenshot Google Play

VR-Banken
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Gleich nach den Sparkassen ranken die Finanztester sowohl für Android als auch für iOS die Banking-Apps der Volks- und Raiffeisenbanken. Bei der VR-App loben die Tester vor allem die Benutzerfreundlichkeit. Auch hier gibt es eine App für Multikanal-Nutzer namens „Online-Filiale+“. Grundsätzlich erwarten die Tester von einer guten App, dass sie Umsätze nach Inhalten und Zeitraum filtern kann und dass sich Daten früherer Überweisungen für künftige Aufträge speichern lassen. Ebenfalls wichtig: Auslandsüberweisungen sollten funktionieren. Bildquelle: Screenshot Google Play.

Star Money
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Im Android-Betriebssystem läuft die Banking-App des Finanzportals Star Money nach den Sparkassen und VR-Banken am drittbesten. Das Portal sammelt alle Finanzen des Nutzers in ein Programm. Die App punktet vor allem bei der übersichtlichen Anzeige und dem Passwortschutz. Bei iOS liegt Star Money dagegen lediglich im Mittelfeld. Um die Tauglichkeit der Apps zu prüfen, griff Finanztest nicht nur auf Experten, sondern auch auf geschulte Laien zurück. Bildquelle: Screenshot Google Play.

ING Diba
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Wie schneiden eigentlich die Direktbanken in Sachen Banking-Apps ab? Zumindest die ING Diba konnte die Tester einigermaßen überzeugen. Sowohl im Android und iOS folgt sie den genannten Filialbanken, Urteil: „befriedigend“. An der Umsatzanzeige und bei den Überweisungen könnte die in den Niederlanden ansässige Bank noch besser werden, urteilt „Finanztest“. Auch mussten Tester sich – laut „Finanztest“ – oft neu einloggen, wenn sie im Menü zurückgehen wollten. Insgesamt gehen die Funktionen der App mit 50 Prozent Gewicht in die Bewertung ein. Bildquelle: Screenshot Google Play.

Comdirect
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Nicht ganz so gut schneidet eine weitere große Direktbank ab, die Comdirect. Sowohl für Android als auch für iOS liegt ihre mobile Banking-App in der zweiten Hälfte des Rankings, Urteil: „ausreichend“ (Android) und „befriedigend“ (iOS). Ein Manko: Laut „Finanztest“ lässt sich in der App kein Dauer-Überweisungsauftrag einrichten. Bildquelle: Screenshot Google Play.

Postbank
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Die Postbank hat eigentlich gerade andere Sorgen: Der Verkauf durch die Noch-Mutter Deutsche Bank steht kurz bevor. Dennoch muss sie sich jetzt zusätzlich mit der schlechten Bewertung ihrer App durch „Finanztest“ herumschlagen. Im iOS erhält der „Postbank Finanzassistent“ gerade noch die Beurteilung „befriedigend“, im Android dagegen halten die Tester die App lediglich für „ausreichend“. Bildquelle: Screenshot Google Play.

123Banking
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123Banking, kinderleicht? Was suggeriert wird, täuscht. Zumindest, wenn es nach den Finanztestern geht. Sowohl bei Android als auch bei iOS landet die Banking-App, bei der sich Kunden mehrerer Banken ihre Konten, Versicherungen und Rechnungen anzeigen lassen können, auf dem vorletzten Platz. Urteil: „mangelhaft“. Weder sei die App besonders nutzerfreundlich, noch verfüge sie über ausreichende Passwort- und Datenschutzbestimmungen. Die Finanztester hat besonders interessiert, ob die Bestimmungen verständlich sind und ob Daten gesammelt, gespeichert und/oder weitergegeben werden. Bildquelle: Google Play Store.

Es werde nicht einfach ein plumpes Einlagensicherungsystem geben. Stattdessen werde die Brüsseler Behörde ihr Vorhaben über die komplizierten Verästelungen regeln, die das Rückversicherungswesen erlaube. „Die Suppe wird nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird“, fügte Juncker hinzu. Auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete am Montag über die Aussagen Junckers in Passau.

Laut einer Sprecherin der EU-Kommission wird der konkrete Gesetzesvorschlag bis Jahresende vorliegen. Das EU-System solle auf den bestehenden Modellen aufbauen, darunter auf der überarbeiteten Einlagesicherungsrichtlinie, die alle Mitgliedsstaaten bis Anfang Juli umgesetzt haben sollten. „Alle Banken, die unter die Richtlinie fallen, werden Teil des neuen EU-Einlagensicherungssystems“, betonte die Sprecherin. Noch haben nicht alle Mitgliedsstaaten die EU-Regelung umgesetzt.

Deutsche Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind nach der neuen EU-Richtlinie nicht mehr davon befreit, sich einem gesetzlichen Entschädigungsmodell unterzuordnen. Allerdings konnten sie sich ihr eigenes Einlagensicherungsystem als gleichwertig anerkennen lassen.

Sparkassen begrüßen Junckers Aussage
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