Einnahmen eingebrochen
Investmentbanker vermiesen Barclays das Ergebnis

Noch vor einigen Jahren war das Investmentbanking die Gewinngarantie für Barclays. Doch wegen schwächelnder Einnahmen muss die britische Großbank nun Einbußen hinnehmen. In einem Bereich hängt sie besonders hinterher.
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LondonBarclays hat im Investmentbanking weiter an Boden verloren. Da die Einnahmen im einst so lukrativen Kapitalmarktgeschäft bei der britischen Großbank im zweiten Quartal einbrachen, schrumpfte der Konzerngewinn um acht Prozent auf 1,7 Milliarden Pfund (2,1 Milliarden Euro). Vorstandschef Antony Jenkins hat bereits angekündigt, dass die frühere Vorzeigesparte wegen der anhaltenden Flaute speziell im Anleihehandel weiter beschnitten wird. Der Abbau Tausender Stellen ist angelaufen.

Auf seinem Schrumpfkurs, der im Kontrast zu den Expansionsplänen der Deutschen Bank im Investmentbanking steht, sieht sich Jenkins nun bestätigt. „Bei all unseren Zielen liegen wir über Plan. Die Erfolge werden sich in den nächsten Quartalen zeigen und das wird sich dann auch im Aktienkurs widerspiegeln“, erklärte er am Mittwoch. Bislang sind die Anleger eher skeptisch.

Die Barclays-Aktie legte nach Vorlage der Zwischenbilanz zwar um drei Prozent zu, weil viele Analysten ein noch schwächeres Ergebnis erwartet hatten. Im Jahresverlauf hat das Papier aber rund 20 Prozent verloren und ist damit einer der schwächsten Werte im europäischen Bankenindex.

Der Quartalsgewinn fiel auch deshalb niedriger aus, weil Barclays abermals Geld für die Entschädigung von Kunden zurückstellen musste, denen die Bank vor Jahren fragwürdige Restschuldversicherungen verkauft hat. Dieses Mal waren es 900 Millionen Pfund. Die gesamten Rückstellungen von Barclays für die Affäre, die die ganze britische Finanzbranche betrifft, summieren sich auf 4,9 Milliarden Pfund.

Auch in den Skandal um die Manipulation von Zinsen war das Institut verwickelt und musste hier eine halbe Milliarde Dollar Strafe zahlen. Außerdem laufen Ermittlungen wegen Tricksereien auf dem Devisenmarkt. Die Altlasten und Aufräumarbeiten bremsen den 2012 angetretenen Konzernchef bei der Neuausrichtung des Geldhauses immer wieder.

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