„Einseitige Untersuchungen“
Gribkowsky greift Ermittler im Fall BayernLB an

Im Fall BayernLB gibt es eine neue Wende. Gerhard Gribkowsky, der frühere Manager der Landesbank, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler. Die Untersuchungen seien zu einseitig verlaufen.

DüsseldorfFormel-1-Chef Bernie Ecclestone soll dem ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky mehr Geld geboten haben als bislang bekannt. Gribkowsky sagte Vertreterinnen der Staatsanwaltschaft München, im Gespräch seien sogar 70 oder 80 Millionen US-Dollar für ihn gewesen. Das geht aus einem Vermerk der Staatsanwältinnen über ein Gespräch mit Gribkowsky hervor, der dem Handelsblatt vorliegt.

Gribkowsky sitzt seit Januar in Untersuchungshaft, da er im Zusammenhang mit dem Verkauf der Anteile der BayernLB an der Motorsportserie Formel 1 illegal Zahlungen in Millionenhöhe erhalten haben soll. Er erhielt von Ecclestone und von Firmen aus dessen Dunstkreis 44 Millionen US-Dollar, die er in einer Stiftung in Österreich platzierte. Die Staatsanwaltschaft hat Gribkowsky deswegen wegen Korruption, Untreue und Steuerhinterziehung angeklagt. Der Prozess soll im Oktober beginnen. Gribkowsky und Ecclestone weisen zurück, dass die Zahlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Formel-1-Anteile erfolgt seien.

Gribkowskys Anwalt beantwortete Fragen zu diesem Sachverhalt nicht. Ecclestones Anwalt ließ ausrichten, er wolle keinen Kommentar abgeben. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte, sie wolle zu Ermittlungsdetails nicht Stellung nehmen.

Noch keine Aussage

Gribkowsky hat seit seiner Verhaftung gegenüber der Staatsanwaltschaft noch nicht ausgesagt. Der Gesprächsvermerk der Anwälte beruht auf einem Treffen im späten Dezember 2010. Gribkowsky hatte die Staatsanwälte um das Gespräch gebeten, da er sich von einem Journalisten der "Süddeutschen Zeitung" im Zusammenhang mit seiner Stiftung in Österreich bedrängt fühlte. Gribkowsky wollte damals zeigen, dass er das Geld legal erhalten habe.

In dem mehrstündigen Gespräch mit den Ermittlern zeichnete Gribkowsky ein Bild rauer Sitten zwischen Ecclestone und der BayernLB: So habe Ecclestone ihn im Streit um die Kontrolle der Formel 1 gewarnt, er solle "vorsichtig sein". Später sei er dann beim Joggen im Perlacher Forst von "zwei Typen zusammengeschlagen worden". Er habe den Vorfall der Polizei gemeldet, eine Verbindung zu Ecclestone habe sich aber nie nachweisen lassen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, ihr sei nicht bekannt, dass ein solcher Fall der Polizei gemeldet worden sei.

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Kein Unrechtsbewusstsein

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