„Ende der Umsonstkultur“
Gebühren fürs Geldabheben werden zur Regel

Immer mehr Banken erheben Gebühren fürs Geldabheben. Der Trend dürfte sich fortsetzen: Die Bundesbank rechnet mit einem Ende der kostenlosen Automatennutzung. Verbraucherschützer warnen vor Gebühren von bis zu 9,90 Euro.
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DüsseldorfEs war der Aufreger der vergangenen Tage: Rund 40 von 400 deutschen Sparkassen verlangen – je nach Kontomodell – Gebühren fürs Geldabheben. Und auch bei den Volksbanken drohen für immer mehr Kunden Entgelte am Automaten. Laut dem Internet-Finanzportal biallo.de haben bereits mehr als 150 von rund 1.000 deutschen Genossenschaftsbanken Kontomodelle mit Automatengebühren eingeführt.

Viele Bankkunden sind verunsichert. So hatte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon noch im Herbst gegenüber der „Bild“-Zeitung erklärt: „Abhebungen an unseren Geldautomaten sind für Sparkassenkunden kostenlos – und das wird auch so bleiben.“ Jetzt muss sein Verband zurückrudern. Auf Twitter erklärt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband: „Je nach Kontomodell können bei einzelnen (Sparkassen) Entgelte bei Überschreitung einer (bestimmten) Anzahl an Buchungsvorgängen entstehen.“ Das wiederum geht bei günstigen Kontomodellen sehr schnell.

Der Bundesverband der Genossenschaftsbanken BVR verteidigte die Abhebegebühren am Montag gegenüber dem Handelsblatt: „Banken bieten unterschiedliche Kontomodelle an. Für Kunden, die sich bewusst für ein preiswertes Kontomodell entschieden haben, das zum Beispiel ein monatliches Limit an Freiabhebungen am Geldautomaten vorsieht, kann diese Entscheidung durchaus lohnend sein.“

Beobachter glauben, dass Gebühren fürs Geldabheben in Deutschland von der Ausnahme zur Regel werden könnten. So rechnet Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret mit steigenden Bankgebühren. „Wir sehen ein Ende der Umsonstkultur“, sagte er der Zeitung „Die Welt“, gibt aber zu bedenken: „Allerdings müssen diese Produkte auch attraktiv sein, sonst werden Banken und Sparkassen dafür diese Preise nicht am Markt durchsetzen können“.

Ursprünglich hätten die Banken und Sparkassen an den Kundenguthaben Geld verdient – allein durch die Unterschiede zwischen kurz- und langfristigen Zinsen. Doch das sei heute nicht mehr möglich: „Der Bankensektor kann da nur Kosten senken oder Provisionen und Gebühren erhöhen“, sagte Dombret, im Bundesbank-Vorstand für die Bankenaufsicht zuständig. Ob die Gebühren mit steigenden Zinsen auch wieder verschwinden würden, sei offen. „Das ist eine Frage des Wettbewerbs.“

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat höhere Gebühren gegenüber dem Handelsblatt schon befürwortet: „Über Girokonten, Depots oder Kreditkarten zum Nulltarif mögen sich Kunden freuen. Mangels alternativer Ertragsquellen lässt sich dieses Angebot aber nicht auf die Dauer aufrechterhalten“, urteilte Bafin-Präsident Felix Hufeld bereits Ende vergangenen Jahres.

Professor Dirk Schiereck, Bankenprofessor an der Technischen Universität Darmstadt, rechnet mit weiteren Nachahmern. Ihm zufolge drohen den Bankkunden auf breiter Front neue Gebühren am Automaten – auch, um das Bezahlen per Bargeld zu verteuern: „Geldauszahlungen sind teuer aus Sicht der Banken. Deshalb ist es für sie attraktiv, die Kunden dazu zu bewegen, mehr mit Karte oder online zu zahlen.“ Das Handelsblatt hat bereits Ende 2016 über die Praxis berichtet, dass das Abheben am Automaten immer häufiger Geld kostet – nicht mehr nur bei reinen Onlinebanken wie N26, sondern auch an Automaten der Hausbank oder einer Bankengruppe.

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  • @ Novi Prinz

    Geht NOCH. Nur aus diesem Grunde gab es vermutlich auch noch nicht in großem Ausmaße "Negativzinsen" für Privatanleger.
    Der "Kampf gegen das Bargeld" wird jedoch auch geführt, damit das eben immer schwerer geht.
    Diese Deppen verkennen jedoch, dass das vollkommen WIDERNATÜRLICH ist - und die Natur, genauer: der freie Markt, findet immer Alternativen - wie etwa Bitcoin.
    Übrigens haben Sie jedoch auch mit Bargeld nur eine Forderung unter dem Kopfkissen - jedoch keine Forderung gegen die Geschäftsbank, sondern gegen die emittierende Notenbank. Auch eine Notenbank kann pleite gehen bzw. die Forderung kann für null und nichtig erklärt werden (Währungsreform).

  • Was soll das Geklage ? Kopfkissen statt Bank , geht doch !

  • Immer daran denken: wenn ich "Geld" auf einem Bankkonto habe, gewähre ich der Bank einen KREDIT - und habe also eine FORDERUNG an die Bank. Die irre zentralistische, planwirtschaftliche "Geldpolitik" der Zentralbanken führt nun aber dazu, dass ich führ den KREDIT, den ich der Bank gewähre, immer öfter auch noch selber Zinsen ("Negativzinsen") bezahlen soll.
    Und dabei droht der Bank JEDERZEIT der Bankrott - nämlich wenn alle KREDITGEBER der Bank ihr "Eigentum" (das nur eine Forderung ist) zurückfordern:
    "Die Bank schafft neues Geld aus der Luft (= multiple Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken; der Kommentator) und muß es nicht wie alle anderen durch Produktion und Verkauf ihrer Dienste erwerben. Kurzum ist die Bank BEREITS JETZT und zu jeder anderen Zeit bankrott. Doch diese Zahlungsunfähigkeit kommt nur zum Vorschein, wenn die Kunden Verdacht schöpfen und einen "Run" auf die Bank lostreten. Bei keinem anderen Unternehmen läßt sich das Phänomen des "Runs" beobachten. Kein anderes Unternehmen kann über Nacht in den Ruin getrieben werden, nur weil seine Kundschaft beschließt, ihr Eigentum zurückzufordern. Kein anderes Unternehmen schafft fiktives neues Geld, das sich in nichts verflüchtigt, sobald man es einmal nüchtern beurteilt."(Murray Newton Rothbard: Das Schein-Geld-System, Gräfelfing: Resch, 2000, S. 48)
    Auch aus diesem Grund wird aktuell der "Kampf gegen das Bargeld" forciert: die KREDITGEBER der Bank (= alle, die dort ein "Guthaben" besitzen), sollen die UNERFÜLLBAREN Forderungen noch schwerer (möglichst gar nicht mehr) zurückfordern können.

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